Expo – Ironiefreie Zone

Wenn’s gegen die soeben eröffnete Expo geht, hört hier der Spaß aber absolut auf. Das Hurragebrüll für die anachronistische internationale Budenschau an der Peripherie von Mailand scheint italienische Staatsbürgerpflicht zu sein, verbindlicher als das Mitfiebern für die Squadra Azzurra bei der WM. Wobei zu befürchten ist, dass die Expo schlimmer floppt als die Fußballnationalmannschaft bei den letzten beiden Turnieren. (Hier der link zum ultimativen Expo-Abgesang.) Am letzten Wochenende hatte es in Mailand eine Anti-Expo-Demo mit Krawallen gegeben. Verwüstete Geschäfet, angezündete Autos, halt eine italienisches Revivel der Kreuzberger 1.Mai-Feiern. Die Empörung war groß. Weil auf einem Foto ein vermummter Demonstrant mit einer teuren Uhr am Handgelenk zu sehen war, echauffierte sich der stets schlagfertige Matteo Renzi über „Kinder reicher Eltern mit der Rolex“, die sich als Krawallmacher verlustierten.

Jetzt hat Rolex zurück geschlagen. Mit ganzseitigen Anzeigen in den großen italienischen Zeitungen (Rolex Retter aus der Zeitungskrise). Es hagelt Komplimente für den „Opfergeist unserer Ordnungskräfte“ und Kritik an der „inakzeptablen Verbindung, die hier zwischen dem Image von Rolex und der Verwüstung von Mailand sowie dem Universum subersiver Gewalt hergestellt wird.“ Es sei zudem ja gar nicht sicher, dass diese Rowdys echte Rolex-Uhren tragen. Können die sich doch gar nicht leisten, wahrscheinlich alles chinesische Fälscherware!

Was mich angeht, ich lege zur nächsten Demo meine Patek Philippe an. Hat mehr Stil.

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