Kind im Koffer

Grenzpolizisten in Spanien haben einen achtjährigen Jungen aus Elfenbeinküste in einem Rollkoffer entdeckt. Das Kind sollte auf diese Weise in ein Land gebracht werden, das ihn nicht haben will. Offensichtlich haben seine Eltern eine junge Frau dafür bezahlt, dass sie den Kleinen nach Europa trug. Die Bilder von dem Kind im Koffer gingen um die Welt und lösten, wie immer wenn es um so genannte illegale Einwanderung geht, unterschiedliche Reaktionen aus.

Auf mich wirkt das Foto der Grenzer wie ein Ultraschallbild – und tatsächlich kauert der Junge ja wie ein Embryo in dem kleinen Trolley. Ein Embryo, der auf seine zweite Geburt wartet, in einer Weltgegend, die ihm mehr Hoffnungen und Chancen bietet als der Ort seiner ersten Geburt. Es ist unsere Weltgegend. Und es wird Zeit zu verstehen, dass sie uns nicht allein gehört, nur weil wir zufällig hier geboren sind und nicht in Elfenbeinküste. Was geschieht jetzt mit dem Jungen, was mit seinen Eltern? Wir werden es womöglich nicht erfahren. Aber was wir jetzt schon wissen, ist: Die Chance zur zweiten Geburt ist ein Menschenrecht.

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