Unkraut vergeht nicht

Vor kurzem hat Papst Franziskus sich öffentlich darüber empört, dass Frauen immer noch schlechter bezahlt werden als Männer. Und darüber, wie unfair es sei, dass auch innerhalb der Kirche die weibliche Emanzipation als Hauptursache für die vielen Ehescheidungen gelte. Dass Frauen freier würden, könne nicht der Grund dafür sein, dass die Ehen kaputt gehen.

Da denkt man doch: Holla, es tut sich was bei den alten Männern auf der anderen Tiberseite. Heute schließlich hat Franziskus eine Frau empfangen, die ihr ganzes politisches Leben lang eine Kämpferin für Frauenrechte war. Die Italienerin Emma Bonino hat mit der Radikalen Partei einst die Ehescheidung und das Recht auf Abtreibung in ihrem Land erstritten. Später wurde sie EU-Menschenrechtskommissarin, italienische Außenministerin und sie wäre wohl auch Staatspräsidentin geworden, wenn sie nicht wegen eine schweren Krebserkrankung auf die Kandidatur verzichtet hätte.

Inzwischen trägt Bonino einen Turban wegen der Chemotherapie, aber ihr Kampf für Bürgerrechte geht weiter. Sie fordert die Ehe für Gleichgeschlechtliche und ein Gesetz für Sterbehilfe, beides Anliegen, die die alten Männer auf der anderen Tiberseite empfindlich stören.

Aber Franziskus rief sie an und lud sie in den Vatikan ein. Heute trafen sie sich. Und Emma erzählte, der Papst habe sie mit diesen Worten ermuntert: „Wird schon wieder, Signora. Unkraut vergeht nicht.“

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