Gruseleffekt

Heute, am 2. Juni, ist italienischer Nationalfeiertag. Man begeht hier den Jahrestag des Referendums von 1946, als die Italiener sich gegen das Königreich und für die Republik entschieden. Ein würdiges Fest, in Frage gestellt allerhöchstens von den üblichen separatistischen Wirrköpfen der Lega Nord.

Was mich aber schon seit vielen Jahren erheblich stört, ist die Militärparade auf der römischen Via dei Fori Imperiali. Anachronistisch und bizarr – vor allem, wenn man bedenkt, dass Mussolini diese Straße eigens für militärische Aufmärsche bauen ließ. Berlusconi nutzte seinerzeit die Gelegenheit, um während der Parade attraktive Rotkreuz-Schwestern anzubaggern, was ihn unfreillig in die Groucho-Marx-Ecke rückte (unfreiwillig für den Marx-Brother natürlich).

Im Ernst: Wer braucht heute in Westeuropa noch Militärparaden? Richtig gruselig wird es, wenn die Militärkunstflieger mit den Frecce Tricolori abheben – heute über dem „Vaterlandsaltar„. 1988 waren die Frecce nach Ramstein eingeladen worden, dort kam es zu einem Zusammenstoß zweier Maschinen in der Luft. 67 Zuschauer wurden getötet, 346 verletzt. Seitdem hätte man die Flugzeuge mit ihrer Trikolore-Abluft besser im Hangar gelassen. Stattdessen fliegen sie immer noch.

Und mich gruselt’s.

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