8. Juli 1990

Kinder, wie die Zeit vergeht. Erinnerungen an einen römischen Abend vor 25 Jahren: Die Brücke vor dem Olympiastadion verstopft mit Tickethändlern und Ticketsuchern. Phantasiepreise bis kurz vor dem Anpfiff. Zehn Minuten vor Ultimo dann der Preissturz auf 70.000 Lire. Lire? Der Ticketmann, Pole, wollte Dollar oder D-Mark. Hatten wir aber nicht. Trotzdem sind wir, kaum dass die Hymnen verstummt waren, auf der Tribüne angekommen. So einfach war es damals, auf den letzten Drücker in ein WM-Finale zu kommen. Abteilung Distinti, neben der Südkurve. Der Platznachbar kam aus Dortmund und beklagte sich gleich wortreich über das italienische Bier (zu teuer), über Italien (zu chaotisch) und über das Leben (zu ungerecht).

Maradona wurde die ganze Zeit ausgepfiffen und Rudi Völler umjubelt. Vola, tedesco, vola. Völler spielte ja für die AS Roma. Der Dortmunder brüllte in einem fort „Sieg!“, mir wollte das nicht über die Lippen. Als es soweit war, konnte man Beckenbauer flanieren sehen. Und dann? Ging man halt nach Hause. Fanmeilen und dieses ganze Zeugs gab’s ja nicht. Und den Römern war’s ohnehin ziemlich wurscht.

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