Genervt

„Der Grieche hat jetzt lange genug genervt“, lässt sich CDU-Vize Thomas Strobl vernehmen (übrigens der Schwiegersohn von W. Schäuble). Genervt zu sein vom Griechen ist, so scheint’s, das ausschließliche Problem deutscher Politiker. Alle anderen sind zunehmend von jenen Deutschen genervt, die sich herausnehmen, von der Staatspleite eines europäischen Nachbarn genervt zu sein. Seit wann ist, genervt zu sein, überhaupt eine politische Begrifflichkeit? Vermutlich seit genau dem Zeitpunkt, da sich deutsche Provinzler wieder für den Nabel der Welt halten dürfen.

Was für deutsche Politiker und deutsche Medien offenbar gar keine Rolle spielt: Frankreich und Italien haben anteilsmäßig genauso viel für Griechenland-Krisenpakete bezahlt. Stattdessen wird die Mär verbreitet, Deutschland sei der einzige big spender, offenbar als Rechtfertigung dafür, dass man sich dann öffentlich genervt fühlen darf. Wie von einem lästigen Bittsteller.

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