Ich bin Volkswagen

Heute morgen im Büro: Leider kann ich dich zur Begrüßung nicht in den Arm nehmen, sagt Massimo aus dem Sekretariat. Bist du erkältet? erkundige ich mich. Nein, er ist sauer auf die Deutschen, kichert sein Kollege Lino. Wegen Volkswagen.

Come on, sage ich. Bin ich Volkswagen? Massimo grinst schief. Ein Leben lang bin ich VW gefahren, sagt er dann. Und jetzt das. Vielleicht rufen sie den Wagen zurück und ich muss einen neuen Motor kriegen. Bei einem Neuwagen! Auf jeden Fall werde ich für die Kiste nichts mehr kriegen, wenn ich sie verkaufen will.

Angela Merkel hat gesagt, der VW-Skandal habe keine weiteren Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Die hat gut reden. Daran, in Italien als Repräsentantin der Bundesregierung betrachtet zu werden, hatte ich mich fast gewöhnt. Es reichte, die Handynummer zu ändern, um keine Anfragen mehr von jenen Fernsehsendern zu bekommen, die mich sozusagen als Merkel-Ersatz für ihre Talkshows anforderten.

Aber jetzt bin ich auch noch VW. Dabei fahre ich Panda.

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