Der Boxer

Nach drei Monaten im Getty-Museum von Los Angeles ist der Boxer an seinen angestammten Platz im Palazzo Massimo zurück gekehrt – und Rom empfängt ihn erleichtert und gerührt wie einen verlorenen Sohn. Dabei ist der Boxer ja so uralt, dass man sein genaues Alter gar nicht festlegen kann. Irgendwann zwischen dem 4. und dem 1. Jahrhundert v. Chr. goss ihn ein griechischer Bildhauer in Bronze. Die Blessuren im Gesicht sind künstlerische Absicht, der Mann wird nämlich in der Ruhepause nach dem Kampf dargestellt. Beim Empfang stand Italiens berühmtester lebender Boxer Spalier:

pugile

Nino Benvenuti, zweifacher Weltmeister und Olympiasieger von 1960, also in gewisser Hinsicht auch schon ein Stück für’s Museum. Wobei auf so ein zärtliches Gipfeltreffen alter Boxer wohl nur Italiener kommen können. Benvenuti hatte sich dazu eigens eine Krawatte umgebunden, weswegen er mit seinen 77 Jahren dann doch deutlich älter aussah als der ungleich ältere Kollege. Der Nachname des Boxers links im Bild heißt: Willkommen. Vor der Statue sinnierte Signor Benvenuti: Der schaut so nachdenklich in die Ferne, als blicke er einem Schwarm von Staren hinterher.

Alter Knabe! Die Haare haben aber beide schön.

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