Déjà vu

Man macht sich ja doch Illusionen, wenn man glaubt, es könne sich hier noch wirklich etwas bewegen, fußballerisch gesehen. Wie oft ist es in den letzten Jahren geschehen, dass Napoli, Roma oder auch die Fiorentina die Konkurrenz zu Saisonbeginn an die Wand spielten, um dann spätestens an Weihnachten zusammenzufallen wie ein Soufflé? Eben.

Insofern ist das Duell, was uns für die zweite Hälfte in 2016 erwartet, natürlich ein Déjà-vu: Juve gegen Inter, business as usual. Der alte Drache aus Turin hat sich berappelt und soeben den sechsten Sieg hintereinander eingefahren, gegen die talentierte, aber allzu naive Mannschaft aus Florenz. Und Inter scheint sich an der Spitze zu etablieren, mit einem Vorsprung von vier Punkten vor Napoli und den Florentinern. Dann kommt auch schon Juventus und erst dahinter eine AS Roma, die in den letzten Wochen Stück für Stück alles weggeworfen hat, was sie zu Beginn aufgebaut hatte. Beim 0:0 in Neapel stand wenigstens die Abwehr.

Wirklich verstörend ist aber, dass sich Juventus und Inter zum Verwechseln ähnlich sehen. In Ermangelung herausragender Talente – wenn man den chronisch überschätzten Pogba ausklammert – setzen die Trainer Allegri und Mancini auf coolen Kraftfußball und die Routine des Kollektivs. Das ist natürlich klug, aber leider nicht besonders mitreißend, sondern eher eine vordergründig modernisierte Neuauflage des Calcio Cinico der vergangenen Jahrzehnte. Nur ohne Ronaldo bei Inter und ohne Zidane bei Juventus. Stattdessen nur Muskeln und Maloche.

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