Wie im Mittelalter

Die Roma gewinnt 4:1 gegen Lazio, aber Freudenstimmung sieht anders aus. Das Stadion ist gähnend leer, weil die Dauerkartenbesitzer aus Protest gegen die Barrieren in den Kurven weggeblieben sind. (Eigentlich geht es darum, wer eigentlich die Kurven kontrolliert, die Ultras oder die Behörden). Totti muss sein vermutlich letztes Derby auf der Bank erleben. Andererseits: Eine Abschiedsvorstellung ohne Publikum wäre für den größten Fußballer, den Rom hervorgebracht hat, auch ziemlich demütigend.

Die Romanisti haben sich zum Public Viewing in Testaccio organisiert, die Laziali rücken nach Spielende ihrer Mannschaft auf den Leib. 400 Wildgewordene liefern sich mit der Polizei eine Schlacht vor dem Trainingszentrum in Formello. Trainer Stefano Pioli ist da schon entlassen, Simone Inzaghi übernimmt. Morgen geht’s zum Hausarrest nach Norcia, ins hinterste Umbrien.

Wie im Mittelalter die Päpste fliehen heute die Fußballer aus der Stadt. 

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