Der göttliche Claudius

Wie soll man Claudio Ranieri nicht mögen? Nach dem 1:1 gegen Manchester United ist er gestern schnell nach Rom geflogen, um seine 96-jährige Mamma Renata zu besuchen. Und während der Verfolger Tottenham heute abend spielt, wird Ranieri schon wieder im Flugzeug sitzen. „Ich werde der letzte Mensch im Königreich sein, der erfährt, ob wir schon Meister sind oder nicht“, hat er gesagt. Ist auch nicht so wichtig, oder? Mamma geht vor. Von einem Journalisten gefragt, wo die Signora denn wohne, antwortete er: „Verrate ich Ihnen nicht, Sie Latin Lover!“ Zu sehen hier.

Kleiner Tipp für den Kollegen: Ranieris Vater betrieb eine Metzgerei in Testaccio. Claudio ist dort aufgewachsen, als Romanista in der Hochburg der Romanisti. Wie diese Hauswand neben dem alten Roma-Stadion beweist.20151129_125043

Ranieri spielte in der Jugendmannschaft der Roma und von 1972-74 in der 1. Mannschaft. Von 2009-2011 war er Trainer. Damals sah ich ihn öfter bei Panella, Roms Edel-Bäcker, der vor allem für das üppigenAperitif-Büffet zu empfehlen ist, obwohl das Personal dort nicht halb so sympathisch ist wie der göttliche Claudius.

Auf dem kleinen Platz neben der frühchristlichen Kirche von San Saba Fußballspielen gelernt, „aber dafür mussten wir  alle zur Messe gehen. Wer schwänzte, flog aus der Mannschaft.“ Tempi passati. Heute wird in San Saba Basketball und Rugby gespielt.

Ranieri aber ist Romanista geblieben und Römer sowieso. Testaccio wartet nur darauf, ihn endlich ganz groß als englischen Meister feiern zu dürfen.

Mamma Renata ist natürlich auch dabei.

 

 

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