Wenn Deutschland spielt…

…werden vorher noch schnell Heu und Holz eingefahren. So wie hier auf dem Land in Westfalen:

 

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Gleich danach sind es dann so aus. 105 Minuten lang.

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In der letzten Woche war ich kreuz und quer durch Europa unterwegs. Österreich, Ungarn, England, Belgien. Überall steht die EM im Mittelpunkt des Alltags. Die Europäer organisieren sich nach dem Spielplan, egal, ob in der Stadt oder auf dem Land. (Letzteres kommt leider in der medialen Wahrnehmung überhaupt nicht vor). Leere Straßen, wenn die eigene Nationalmannschaft spielt. Volle Kneipen, hier: „Gemeinschaftshallen.“ Und Public Viewing heißt: „Rudelgucken.“ Was ja eigentlich viel origineller ist. Rudelgucken! Klingt wie Völkerball.

Eine weitere Besonderheit in Deutschland ist die Neigung zur Perfektion. Die Mannschaft soll nicht nur gewinnen, sie soll auch schön spielen. Fast genauso wichtig wie der 1:0-Sieg gegen Nordirland scheinen die vielen Torchancen gewesen zu sein. Immer müssen die Deutschen alles richtig machen. Moralisch einwandfrei sein, sogar auf dem Fußballplatz. Früher hieß der Imperativ: Kämpfen! Heute lautet er: Unterhaltsam sein!

Wenn es eine Nummer kleiner ginge, wären wir dann zu normal? Auch mal schlecht spielen und sich durchwurschteln wie die anderen. Warum eigentlich nicht?

Das wäre doch ganz…sympathisch.

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