Ach, Italien

esel

Die Sommerpause ist vorbei, und kaum kehrt man nach Italien zurück, da wackeln nachts die Wände. Ein Erdbeben, das Epizentrum aber zum Glück 100 Kilometer entfernt. Und wieder schreckliche Bilder, eingestürzte Häuser, Tote und Verletzte, verzweifelte Menschen. Naturkatastrophen gehören zum italienischen Leben dazu. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Erdrutsche. Dann kommt ein strahlender Spätsommermorgen und die Esel, die nachts erschrocken gebrüllt haben, bekommen eine Extraportion Heu.

Ach, Italien. Der Fußball macht da weiter, wo er aufgehört hat. In der Liga werden sich wieder alle an Juve abarbeiten, in der Champions League-Quali hat die Roma schon die erste Blamage hingelegt. Zu Hause 0:3 gegen den FC Porto zu verlieren, ist peinlich genug. Aber dass das mit neun Mann auf dem Platz geschah, ist nicht zu entschuldigen. Wieder nur zwei Mannschaften in der Königsklasse (Juve und Napoli). Und dann wundert man sich über leere Stadien.

Das Spiel wird schlechter, der Ausverkauf geht weiter. Die beiden Mailänder Klubs gehören chinesischen Investoren – bei Milan weiß man gar nicht so genau, um wen es sich überhaupt handelt. Klubs wie Napoli und Lazio haben in großem Stil Spieler verkauft, aber so gut wie nichts investiert. Ein düsteres Bild. Besser als im letzten Jahr wird es jedenfalls nicht.

Na, hier werden trotzdem keine Klagelieder gesungen. Denn es gibt ja Geschichten genug: Der Sohn von Diego Simeone spielt bei CFC Genoa, der große Pippo Inzaghi trainiert den Drittligisten Venezia und Francesco Totti dreht mit seinen 40 Jahren die vorletzte Runde. Außerdem steht im November (wann genau, wurde noch nicht verraten) eine Volksabstimmung über Verfassungsreformen an. Und dann wird sich zeigen, ob in diesem Land noch die Vernunft siegen kann oder ob die Schreihälse und Extremisten das Rennen machen.

Dazu bald mehr.

 

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