Olympia, no grazie

Man kann aus guten Gründen gegen olympische Spiele in der eigenen Stadt sein. Auch in Rom gibt es gute Gründe dagegen, und tatsächlich hat die Stadtverwaltung die Kandidatur für 2024 abgelehnt. Seit Juni hat Rom erstmals eine Bürgermeisterin, die 38-jährige Virginia Raggi von der Fünfsternbewegung. Ihre Partei, die sich großspurig „Bewegung“ nennt, in Wirklichkeit aber als autoritär gelenkter Wahlverein und eingetragene Marke des nicht eben feinsinnigen Komikers Beppe Grillo und eines Mailänder Internetunternehmers fungiert, ist sowieso schonmal gegen alles. Gegen den Euro, das Fernsehen, die Hochgeschwindigkeitszüge. Gegen die Lügenpresse, die in ihren Augen mal für Renzi, mal für Berlusconi Propaganda macht, inklusive der Auslandsmedien, die nach Ansicht der Fünf Sterne nur von der italienischen Lügenpresse abschreiben. Die Fünf Sterne halten sich für die einzige demokratische und allein selig machende politische Formation in Italien (unsereins würde in diesem Fall lieber direkt an die Jungfrau Maria glauben: mehr Weihrauch). Zu diesem, sagen wir, betont schlichten Weltbild gehört, dass die Fünf Sterne schon hinter jedem Bocciaturnier Mafia und Korruption wittern, erst recht hinter Olympia. 

Mit dem Regieren haben sie es übrigens nicht so. Raggi hat nur wenige Wochen gebraucht, um sehr eindrücklich zu beweisen, dass sie es nicht kann. Wer’s kann, wie Bürgermeister Federico Pizzarotti in Parma, der wird wegen Aufmüpfigkeit aus der Partei vertrieben. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

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