A casa

Wer nur zwischen Italien und Deutschland pendelt, hat angesichts der Millionen von Migranten, die Hunger und Gewalt aus ihrer Heimat treiben, wirklich ein Luxusproblem. Trotzdem bleibt die Frage nach dem Zuhause: Wo war das noch mal?

In den letzten 26 Jahren habe ich nie so viel Zeit am Stück in meiner Heimat Westfalen verbracht: sechs Wochen waren es. Und da fallen einem natürlich viele Dinge ein und auf. Das Wichtigste ist, dass Deutschland so viel entspannter wirkt als Italien. Ja, sicher, es gibt die Afd, überhaupt den Vormarsch der Rechten, es gibt die übliche German Angst vor Bankencrash und Weltuntergang, davon abgesehen aber bemerkt man sehr viel Besonnenheit. Die Populisten schreien hier nicht ganz so laut, das Gesundheitssystem funktioniert, die Müllabfuhr auch. Und sogar die Feldwege sind anständig gepflastert.

hovegra%cc%88fte-1Und wenn dann noch die Sonne scheint und man mit dem Rad zum nächsten Wasserschloss gondelt, ist das alles schon ziemlich perfekt.

hoveschloss-1Auf den zugefrorenen Wassergräben um Schloss Hovestadt haben wir als Kinder Eishockey spielen gelernt. Was eine Renaissancefassade ist, wusste kein Mensch. Dafür aber, wo die größten Kastanien, die ertragreichsten Eichen standen. Kastanien und Eicheln wurden in den Herbstferien für das Wild des Grafen gesammelt, in alten Kartoffelsäcke gefüllt und auf dem Rad zum Schloss gefahren. An den Zentnerpreis kann ich mich nicht mehr erinnern. Wohl aber an die alten Wege, wie hier zwischen Herzfeld und Lippborg.

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feldnordwald-1Unspektakulär nennt man das wohl. Ein Glück.

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