Venedigs Gäste

Während sich Restitalien um Bagatellen wie Erdbeben und Flüchtlingskrisen kümmern muss, sorgen sich die Venezianer um zuviele Touristen in ihrer Stadt. Neuerdings werden sogar Demos gegen den Massentourismus veranstaltet, die nächste wird am 12. November stattfinden, wenn die Einwohner der Lagunenstadt  mit Touri-Rollkoffern an der Hand erscheinen wollen. Was symbolisieren soll, dass die letzten 55.000 auch die Stadt verlassen könnten, wenn sie von der Stadtverwaltung weiterhin so sträflich vernachlässigt werden.

Alles zwar verständlich, aber auch eine Riesenheuchelei. Wie soll man bitteschön den Massentourismus in einer Stadt begrenzen, die seit vielen Jahrzehnten davon lebt (übrigens auch die überwiegende Mehrheit der Demonstranten)? Sicher, die Invasion der Kreuzfahrtschiffe gehört gestoppt und abgeschafft. Aber auch das würde das Problem nicht lösen, schließlich ist die Stadt nicht aus der Welt gefallen.Züge, Busse, Flugzeuge bewegen sich dorthin.

Venedig mit einem Numerus Clausus für Reisende würde nur noch mehr zur Kulisse. Und wer dürfte denn dann kommen? Touristen mit genügend Geld? Leute, die in die Luxushotels ziehen und in den überteuerten Restaurants essen, anstatt sich eine Ferienwohnung zu mieten und auf dem Markusplatz ein Brötchen auszupacken? Oder gäbe es an der Einlasspforte einen kleinen Venezia-Bildungstest? Die meisten Venezianer verlassen ihre Stadt nicht wegen der hohen Mieten und der Touri-Massen. Sondern, weil eine Stadt ohne Autos für die Italiener von heute halt sehr unbequem ist.

Was ich aber eigentlich sagen wollte: An der Calle Lunga San Barnaba öffnet das erste von Flüchtlingen betriebene Restaurant. Es gibt also tatsächlich echtes Leben in Venedig.

Nichts wie hin!

 

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