Das Meer im Winter

Der Februar ist ein schöner Monat, um das Meer in Italien so zu erleben, wie das Reisende vergangener Zeiten taten: Draufschauen und entlanglaufen, anstatt reinzuspringen. Das Wetter ist irgendwo zwischen Winter und Frühling und es kann geschehen, dass man innerhalb von wenigen Tagen an zwei verschiedenen Stränden beides erlebt.

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So erwartet einen das Meer in der Toscana, kurz vor der Halbinsel Monte Argentario (im Hintergrund links sieht man auch noch die Insel Giglio). Das Licht ist noch ein wenig kalt, aber südlich bleibt es doch.

 

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Und das Wasser ist so klar, wie man es aus dem Sommer kennt. Das hier ist mein Badestrand, eine zehn Kilometer lange Sandstrecke, zur Landseite hin abgegrenzt von einem Dünenschutzgebiet des WWF. Auch im Hochsommer kann man hier seine Ruhe haben, aber heute ist wirklich niemand unterwegs.

 

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Alles meins! Die Winterstürme haben Holz, Plastikflaschen und viele Muschelgehäuse angespült, ich finde sogar einen kleinen Thunfisch.

 

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Und die Strandbar ist natürlich geschlossen. Vor Ostern tut sich hier nichts außer den alljährlichen Reparaturarbeiten.

Soviel zum Tyrrhenischen Meer am letzten, also südlichsten Strand der Toscana. Verwunschen, verlassen, wild und sonnig. Und nun kommt das ganze Gegenteil: Die Adria in Cesenatico, gute 400 Kilometer entfernt, auf der anderen Seite der italienischen Halbinsel. Da kommt man abends an, isst hervorragend in einer unbedingt empfehlenswerten Osteria am Kanal und wird anschließend vom Tuten des Nebelhorns in einer sehr heimeligen Pension in den Schlaf gewiegt. Das Nebelhorn tutet dann aber die ganze Nacht. Und am nächsten Morgen wird auch klar, warum:

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Wo ist nur die Sonne? Wo der Strand? Und wo ist das Meer? Alles unter einem feinen Schleier. Von der Adria rufen die Möwen. Und schließlich, in etwa fünf Meter Entfernung, wird sie tatsächlich sichtbar.

 

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Grau in grau, ein Wintermeer in der weiten Nebelsuppe. Nur die buntgestrichenen Badeanstalten beschwören einen fernen Sommer, heute allerdings in Pastell. Das passt aber ganz gut zum 60er-Jahre-Charme, den Cesenatico unbeirrt ausstrahlt.

 

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Wie es wohl drinnen aussieht? Leider ist niemand da, um die Tür zu öffnen. Im alten Hafen herrscht dann vollends schöne Melancholie. Aber die Cafés sind immerhin offen, zum aufwärmen bei einer heißen Schokolade.

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