Journalismus als Beruf

In Italien wird die Hetze auf die „Lügenpresse“ noch sehr viel wütender betrieben als in Deutschland. Das ist deshalb besonders traurig, weil es hierzulande nicht wenige Kollegen gibt, die wegen ihrer investigativen Arbeit über die Machenschaften der Organisierten Kriminalität in dauernder Lebensgefahr schweben und deshalb richtig gehend untertauchen müssen, also kein normales, freies Leben führen können. Der bekannteste von ihnen ist der Journalist und Schriftsteller Roberto Saviano. Sehr bedenklich ist auch, dass der „Lügenpresse“-Vorwurf von manchen Journalisten gegen andere erhoben wird, nur weil man mit deren politischen Analysen nicht einverstanden ist.

Fast jeder von uns hat inzwischen Erfahrungen mit so genannten Hass-Mails (jawohl, die gibt es auch in der Sportberichterstattung), persönlich könnte ich auch von massiveren Bedrohungen berichten – und zwar nur am Rande wegen meiner Mafia-Reportagen, viel deutlicher werden so genannte Ultras.

Heute fand ich in der SZ dieses Interview mit diesem Zitat:

„Sie meinen, die Presse verbreitet entweder die Wahrheit oder die Unwahrheit. Dass Journalisten aber unterschiedliche Perspektiven abbilden und in Kommentaren unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten aufzeigen, wird verkannt.“

Es gibt nicht nur eine Wahrheit. Wer etwas anderes behauptet, oder gar die Wahrheit für sich gepachtet hat, der lügt in der Tat wie gedruckt.

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