Todsünde Habgier

Die Hintergründe des Anschlags auf die Mannschaft des BVB am 11. April machen nachdenklich. Aus Geldgier möglichst viele Spieler einer Fußballmannschaft zu töten, darum ging es wohl. Stattdessen hatte man ja irgendwie eher mit einem ideologischen Motiv gerechnet. Religiöser Fanatismus, politischer Extremismus, soziale Frustration, einfach, weil das in diesen Zeiten so oft hinter Gewalttaten gegen möglichst viele Menschen steckt. Manche fühlen sich derart benachteiligt, dass ihre Wut darüber sich zu einer regelrechten Psychose auswächst, zu einem Lebens negierenden Monstrum.

Die Wurzeln der Habgier liegen, genau genommen, nicht weit davon entfernt. Nicht von ungefähr handelt es sich um eine der christlichen Todsünden. Sie ist lebensfeindlich und gesellschaftszersetzend, sie kann tödlich sein.

Anders als der soziale Frust kennt die Habgier indes keine Klassengrenzen. Anders als die Gewalt der Fanatiker wird die Gier nach Geld in unseren Gesellschaften nicht uneingeschränkt verdammt, nicht wenigen erscheint sie sogar als Antriebsmotor, damit alles rund läuft. Als notwendiges Übel.

Wenn man es überspitzen wollte, könnte man sagen: Aus Habgier hat ein Mann eine ganze Fußballmannschaft töten wollen. Und aus Habgier haben andere Männer dann entschieden, dass dieselbe Mannschaft, die soeben einem Attentat entronnen war, tags darauf schon wieder spielen musste.

Das erste ist kriminell. Das zweite skandalös.

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