Von Turin nach Tiflis

Dauernd muss ich über die Juve schreiben – auch, weil angesichts des Sportgerichts-Urteils gegen Andrea Agnelli in Deutschland einiges durcheinandergebracht wird. Der Juve-Präsident ist aber nicht wegen Mafia-Kontakten für ein Jahr gesperrt worden, sondern wegen unerlaubten Tickethandels und Begünstigung einer „Ultras“-Gruppe. An ihm wird ein Exempel statuiert, weil genau diese Machenschaften im italienischen Fußball noch sehr verbreitet sind. Mäßig interessant für die deutschen Medien, die deshalb lieber auf den Mafia-Zug aufsteigen. Das klingt immer so schön gruselig und garantiert viele Klicks, auch wenn nachweislich nichts dran ist.

Aber schalten wir doch um zu den ganz Großen der Fußballbühne: An diesem Freitag, zwei Tage nach seinem 41. Geburtstag, spielt Francesco Totti wieder! In Tiflis, wo sein Ex-Kollege Kakhaber Kaladze (vormals Milan) Bürgermeister werden will. Tja. Berlusconis Spieler haben halt gelernt, wie weit man in der Politik mit Fußball kommen kann. Siehe George Weah, der in Liberia gleich für das Präsidentamt kandidiert hat. Das Match in Tiflis steigt offiziell zu Wohltätigkeitzwecken, das Geld fließt in die Wiederaufforstung eines Waldgebietes, das im Sommer abgebrannt ist. Nun, für letzteres könnte Totti durchaus auch zu Hause wieder den Ball treten, hier haben die Pyromanen ja riesige Wälder abgefackelt, in den Abruzzen sogar über Wochen. Aber Fußball für den Forst, das gibt’s noch nicht.

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