Addio Gigi

Es wäre seine sechste WM gewesen. Jetzt weint Gigi Buffon, dieser wunderbare Sportsmann. Heult vor der Kamera und bringt es doch mit einem Rest von Stimme fertig, so etwas wie eine Analyse zu formulieren. Sagt, was fehlte: Die Energie. Der klare Kopf. Sagt, wem die Zukunft gehört, allen voran Donnarumma, seinem Nachfolger im Tor. Erklärt, dass alle ihren Teil der Schuld, der Verantwortung tragen.

Der Nationaltrainer spricht nicht. Dürfen wir hoffen, dass er in der Sekunde des Schlusspfiffs zurückgetreten ist?

Das erste Mal nach 60 Jahren eine WM ohne Italien. Wie bitter. Zuschauen, wie die anderen das große Ding drehen. Wie enttäuschend. Und doch: Es passiert nicht nur im Fußball. Heute verpassen die Azzurri den Zug nach Russland. Und übermorgen, im Frühling, wenn endlich gewählt wird, verpasst womöglich das Land den Anschluss an Europa. Wenn es den Populisten übergeben wird, einem Grillo, einem Salvini, einem Berlusconi. Männern ohne Strategie, ohne Plan – und, was man dem unglücklichen Signor Ventura nun wirklich nicht vorwerfen kann, auch noch ohne Moral.

Die Nationalmannschaft war diesmal schlicht nicht besser als ihr Land. Und das ist eigentlich am allerbittersten.

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