Was tun?

Das Scheitern der Jamaica-Schnapsidee ist ein guter Grund, mal wieder den Genossen Wladimir Iljitsch Uljanow zu zitieren. Tja, was tun? Der Patt ist da, die Krise, angeblich eine der schlimmsten der Nachkriegszeit, wobei uns älteren Semestern da spontan ungleich dickere Dinger einfallen würden. Hamburg- und Oderflut, Terrorherbst, Strauß als Kanzlerkandidat, hat’s ja alles schon gegeben.

Hoch ist deshalb Kurt Kister zu preisen, der anstatt die Apokalypse zu beschreien, schön lakonisch auf dem Teppich bleibt: „Ein Mann hat einen Traum. Er will Emmanuel Macron sein oder wenigstens Sebastian Kurz. Er ist aber nur Christian Lindner.“

Eben, es ist nur Christian Lindner, noch nicht mal Sebastian Kurz. Kein Kaliber, das eine 30er-Jahre-Staatskrise auslösen könnte. Aber: Die SPD darf sich jetzt nicht weichklopfen lassen. Es ist ein grobes Missverständnis der europäischen Sozialdemokratie, dass sie sich ausgerechnet in diesen Zeiten vielerorts mit einer Staatspartei verwechselt. Die Sozis, das müssen nicht die sein, die treu und fest für Stabilität zu sorgen haben, um jeden Preis, auch um den der eigenen Existenzfähigkeit. Noch eine GroKo und die SPD ist weg vom Fenster. In Italien läuft’s genauso. Da muss der Partito Democratico dringend klarstellen, dass sie nach den Wahlen im Frühling 2018 mit keinem der Irren von wirr-rechts bis extrem-rechts eine Koalition bilden würden. Nicht mit Grillo, nicht mit Berlusconi, nicht mit der Lega. Denn auch hier rechnen viele ernsthaft mit Berlusconi, sozusagen als kleinstes Übel.

Dass die SPD in Deutschland es auf Neuwahlen ankommen ließe, wäre wirklich mal eine Überraschung. Möchte ich jetzt nicht drauf wetten. Eher darauf: Es wird spannend.

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