Killer-Juve

Aus lauter Angst vor Neuwahlen macht Berlusconi den Weg frei für eine Regierung der Populisten 4.0 von Lega und Fünf Sternen – und rechtsrechtsnationaler Erbe Matteo Salvini  kriegt es am selben Abend ganz dicke. Der bullige Lega-Führer ist ein Fan jenes Klubs, den Berlusconi letztes Jahr an die Chinesen verscherbelt hat, die ihrerseits tief bei den Amerikanern verschuldet sind: AC Milan. Mit den 250 Millionen Euro, die die lustigen neuen Milan-Manager im Sommer auf dem Transfermarkt gelassen hat, wurde immerhin das Pokalfinale gegen Juventus erreicht. „Coppa del Nonno“ nennen die Italiener den Cup, Großvater-Pokal. Milans Trainer Gennaro Gattuso (Ex Sion, Ex Palermo, Ex Pisa) hatte vorher getönt: „Für uns ist das heute wie ein WM-Finale.“

Für die Juve eher nicht. Die reckte und streckte sich ein bisschen, machte vor der Pause nur ein paar Aufwärmübungen auf dem vom Regen rutschigen Rasen und stach dann zu: Benatia, Douglas Costa, Benatia. Zwei Ex-Bayern, wobei dieser Benatia sich immer noch nicht abgewöhnt hat, nach einem Tor wie eine Maschinenpistole zu ballern. Findet der lustig. Benatia, auch das soll an dieser Stelle gesagt werden, ist gemeinhin bei Juve für die Drecksarbeit zuständig und dazu gehört offenbar auch ein Pokalfinale gegen Milan. Douglas Costa zog sich nur sein Trikot aus und offenbarte darunter – ein Unterhemd.

Es stand also nach 65 Minuten 3:0. Auf der Tribüne sah man Maestro Pirlo neben Lazios Putzkolonnenbetreiber Claudio Lotito sitzen, das Gesicht so ausdruckslos wie immer. Pirlo ist Doppelex bei Milan und Juve, Lotito ist Doppelboss bei Lazio und dem Zweitligisten Salernitana.  Man sah unter den Vips auch den alten Fascho Ignazio La Russa und die neue Senatspräsidentin, deren Doppel-Namen ich mir nicht merken kann, wohl aber, dass sie von Fünf Sternen und BerluscaSalvini gemeinsam gewählt wurde und auf dem Forza-Italia-Ticket fährt.

Während ich noch überlegte, wie diese für ihre 70 Jahre so erstaunlich faltenfreie Signora nochmal heißt, kassierte Milan das 0:4, diesmal durch Eigentor von Kalinic. Kameraschwenk auf Salvini, der jetzt echt bedient aussah.

Di Maio hat null Ahnung von Fußball (unter anderem), erklärte aber im Wahlkampf, er sei tendenziell für SSC Napoli. Weils unter Umständen drei Stimmen mehr bringt.

So gesehen: Grazie Killer-Juve! 4:0, vierter Pokal in Serie. Man gönnt sich ja sonst nichts.

 

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