Realsatire

Alles nur ein Scherz. Das Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten Mattarella (der einfach nur seine Rechte und Pflichten wahrgenommen hat, als er den 81-Jährigen Euro-Gegner Savona als Wirtschaftsminister ablehnte), der Aufruf zum Protestmarsch auf Rom, sämtliche Drohungen und Verwünschungen der letzten Tage. Heute wird die Regierung aus Fünf Sternen und Lega vereidigt – Savona ist dabei, als Europaminister ohne Budget. Die Kehrtwende wurde vollzogen, als den Kompagnons Salvini und Di Maio dämmerte, dass sie in zwei Monaten, bei Neuwahlen, vielleicht doch das eine oder andere Prozent weniger riskiert hätten. Also lieber jetzt an die Macht, was kümmert uns unser Geschwätz von gestern. Die Macht verschließt nur den, der sie nicht hat, sagte einst Giulio Andreotti. Im Gegensatz zu den beiden Herren, die jetzt den armen Giuseppe Conte als Premierminister dirigieren, hatte der göttliche Julius nicht nur ein abgeschlossenes Hochschulstudium, er sprach auch fließend Latein.

Natürlich handelt es sich nicht um die erste populistische Regierung in Italien, wer so etwas nach 20 Jahren Berlusconi behauptet, hat ein sehr kurzes Gedächtnis. Es handelt sich um eine Regierung der Berlusconi-Nachfolger, die anstatt Fernsehpopulismus ihre Volksverdummung über das Internet betreiben. Bis jetzt das es, in der Opposition, sehr einfach. Nun werden wir sehen, zu was diese Leute (fast ausnahmslos Männer) an der Regierung in der Lage sind. Beispielsweise, ob wirklich die fünf Milliarden für die Flüchtlingsaufnahme gestrichen werden, wie der neue Innenminister Matteo Salvini als erstes ankündigte.

Diese Regierung ist stramm rechts. Es ist die rechteste Regierung, die Italien jemals hatte. Sie ist xenophob, sie ist anti-intellektuell (die Intellektuellen gehören nicht zu ihrem „Volk“), sie ist mit ihrem identitären Gesellschaftsentwurf reaktionär.

Berlusconi sitzt nur zum Schein in der Opposition. Er regiert mit, denn viele Lega-Abgeordnete sind mit Stimmen von Forza Italia ins Parlament gekommen. Schliesslich hat Salvini mit Berlusconi und den Neofaschisten zusammen die Kandidaten ausgesucht. Bis gestern waren sie in einem gemeinsamen Wahlbündnis.

Neue Ministerin für die öffentliche Verwaltung: Giulia Bongiorno, Italiens bekannteste Rechtsanwältin, die einst Andreotti aus mehreren Mafia-Prozessen boxte. Neue Gesundheitsministerin: Giulia Grillo, Rechtsmedizinerin und Impfgegnerin. Neuer Bildungsminister: Marco Bussetti, Sportlehrer. Infrastruktur: Danilo Toninelli, Gegner der Hochgeschwindigkeitszüge. Wirtschaft: Giovanni Tria, einst Mitarbeiter am Wahlkampfprogramm von Forza Italia.

So sieht’s aus. Man darf also gespannt sein auf diese „Regierung des Wechsels“, die uns endlich  auf einen Schlag vom Renzi-Regime, von den Deutschen, den Freimaurern und den jüdischen Kommunisten der internationalen Großfinanz befreit.

 

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