Manager Klopp

An dieser Stelle war bereits gleich nach dem CL-Finale zu lesen, dass mich Klopps Eiseskälte gegenüber seinem Torwart Loris Karius ziemlich verstört hatte. Auf die Gehirnerschütterungs-Diagnose für Karius heute mein Kommentar in der SZ. Wir nehmen jetzt auch einfach mal an, dass sich Lothar Matthäus für eine der schlechtesten Matthäus-Leistungen der letzten 20,30 Jahre bei Liverpools Keeper entschuldigt hat.

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5 Gedanken zu “Manager Klopp

  1. Vermutlich können Sie nichts dafür, weil Ihnen ganz einfach dei Erfahrung dafür fehlt.
    Jedoch einen solchen Kommenbtar kann nur jemand schreiben, der nie persönlich „aktiv“ an einem alles entscheidenden Fußballspiel, geschweige denn einem CL-Flinale teilgenommen hat, sondern immer „nur“ die Zuschauerrolle inne hat.
    Dies sollte einer wirklich seriösen Journalistiin aber zumindest bekannt sein, noch dazu wenn man sich rühmt, seit Jahren dem Fußball zu huldigen.
    Für Gala oder Frau im Spiegel mag so ein Kommentar taugen, für die SZ ist er mehr als unangemessen.

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    • Vielen Dank, lieber Herr Wolfsecker,

      Sie haben Recht: Ich habe wirklich noch nie bei einem entscheidenden Fußballspiel geschweige denn in einem Champions-League-Finale mitgespielt. Diesen Mangel an Erfahrung teile ich mit den allermeisten männlichen Kollegen. Aber meinen Sie wirklich, die könnten mich bei Gala oder Frau im Spiegel gebrauchen? Ich werde mir diese Blätter mal anschauen. Nach exakt 20 Jahren die SZ zu verlassen, würde mir, ehrlich gesagt, allerdings nicht ganz leichtfallen.

      Herzlich,

      Ihre Birgit Schönau

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  2. Mir dagegen hat der Kommentar gefallen. Er regt an zum Nachdenken. Ich habe die Sache neu überdacht und bin mir ziemlich sicher, dass Loris Karius, so sehr ich ihn als Keeper nie geschätzt habe, an diesem Abend wirklich nach dem Ellenbogenhieb von Sergio Ramos (einer der dreckigsten Spieler im Business) stark beeinträchtigt war. Der fatale Abwurf zu Benzema fand nur Minuten nach der Foulsituation statt. Hier kann man zwei und zwei zusammenzählen.
    Der zweite Fehler von Karius ist sicherlich auch in der Folge des ersten Patzers zu sehen. Womöglich war er immer noch beeinträchtigt, womöglich zu diesem Zeitpunkt aber auch schon durch mit dem Abend.
    Entscheidend war das alles nicht. Entscheidend war das Foulspiel von Sergio Ramos gegen Mohammed Salah nach einer halben Stunde etwa, der den Stürmerstar Liverpools ausschaltete. Dieses Foulspiel kaufte Liverpool den Schneid ab und die Aktion gegen Karius kam, als Real bereits alles im Griff hatte. Nicht Gareth Bale war der „Man of the Match“, sondern Sergio Ramos. Mit den beiden Foulspielen, von denen mich eingefleischte Real-Fans immer noch zu überzeugen versuchen sie wären rein zufällig passiert und als Lappalie anzusehen, hat Real Madrid unverdient in dieser Saison die Champions League gewonnen. Die Mannschaft ist konstant seit dem Viertelfinale die unterlegene Mannschaft. Zinedine Zidane wusste schon was er tut, als er zurücktrat. Der Zenith der Mannschaft ist bereits überschritten, die anderen konnten es nur noch nicht ausnutzen.

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    • Lieber Leselöwe,

      einigen wir uns bei Sergio Ramos auf „Schurke of the Match.“ Du hast Recht, Reals Zenit ist überschritten. Aber mit der These, sie hätten unverdient gewonnen, ist das so eine Sache. Gerechtigkeit gibt es im Fußball selten. Tatsache ist, dass sie sowohl im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juve als auch im Finale Schiedsrichter hatten, die sicher nicht der Arm der Gerechtigkeit waren. Und ja, dass Salah vom Platz gehen musste, war sicher ein Riesenschock und ein Riesenverlust für Liverpool. Obwohl eine Mannschaft, siehe Portugal im EM-Endspiel, im Finale auch einen solchen Verlust irgendwie kontern können müsste.

      Aber hier geht um Karius. Kein großer Torwart, geschenkt. Es geht vor allem um Klopp. In den Internetforen haben nicht wenige Kommentatoren Karius wegen dessen angeblicher Weinerlichkeit verhöhnt. Das ist an Selbstgerechtigkeit kaum zu überbieten. Andere wiesen darauf hin, dass Klopp nach dem Schlusspfiff erst selbst die Niederlage habe verdauen müssen, bevor er Karius zur Hilfe eilte.

      Interessanter Gedanke, greift aber zu kurz. Für Klopp kam die Niederlage nicht mit dem Schlusspfiff. Bale hatte in Minute 64 und 83 getroffen. Auch Karius‘ letzter Patzer lag also schon eine Weile zurück. Lang genug, um sich als Trainer zu überlegen, was man am Ende tut.

      Wir reden hier von einem sehr professionellen und sehr erfahrenen Darsteller im Fußball-Theater. Ein solcher ist Jürgen Klopp. Und wir reden hier ganz schlicht von Anstand. Wie gesagt, später hätte er seinen Spieler zusammenfalten können. Unter vier Augen oder vor versammelter Mannschaft, da hat jeder seinen Führungsstil. Klopps Karriere ist nach zwei verlorenen Endspielen noch lange nicht vorbei. Was Loris Karius anbelangt, bin ich mir, Gehirnerschütterung hin oder her, da nicht hundertprozentig sicher.

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      • Hervorragend analysiert. Stichhaltig und präzise. Ich kann deinem Kommentar kaum noch etwas hinzufügen. Außer, dass ich ebenfalls glaube, Karius wird in Liverpool kein Bein mehr auf die Erde bringen. Er wird sich einen neuen Verein suchen müssen, in der Hoffnung, dass er noch einmal die Kurve kriegt. Es wird ganz schwierig für ihn.
        Ich fand es, abseits von Jürgen Klopp, aber auch vom Liverpooler Team sehr unterkühlt, als es darum ging Karius in die Mannschaft zu ziehen und ihn aufzubauen. Der Kapitän hätte hier vorangehen müssen. Hier hat ganz Liverpool versagt, nicht nur Jürgen Klopp. Selbst Sergio Ramos war da pfiffiger.

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