KEKS AUS MEXIKO

 

Müsste reichen. Also dicke. So gut wie gelaufen. Aber man weiß ja nie. Einerseits scheint Südkorea in der Gruppe F die Rolle des freundlichen Verlierers eingenommen zu haben. Allen sympathisch, weil sie gern auch die andere Wange hinhalten. Mal ehrlich, liebe Koreaner, zwei, drei weitere Gegentore tun euch doch auch nicht weh. Andererseits…was ist, wenn da jetzt auf einmal eiskalt richtig Fußball gespielt wird? Und die Koreaner 1:0 gewinnen? Und wenn dazu Schweden und Mexiko zusammen einen 1:0-Keks backen? Dann wäre zwischen Deutschland und Schweden die Fairplay-Regel entscheidend. Und die Schweden kämen hinter Mexiko weiter. Sicher, total unwahrscheinlich.

Aber, liebe Germanen und Germaninnen, nichts ist neu unter der Sonne. Biscotto nennt man das bei uns im Lido. Bei euch heißt das, wenn zwei sich freuen, leidet der Dritte. Wenn also Schweden gegen Mexiko verliert, könnten trotzdem beide im Achtelfinale stehen – und für Germania könnte es eng werden. Unmöglich, sagt ihr jetzt. Viel zu kompliziert. Total unwahrscheinlich. Wir sagen nur: Europameisterschaft 2004. Dänemark und Schweden backen zusammen einen Biscotto, trennen sich im letzten Gruppenspiel 2:2, esattamente jener Ergebnis, das beide weiterbringt und Italien den Weg ins Achtelfinale verrammelt. Großer, skandanischer Verschwörungskeks, dabei hatten die Azzurri unter Anführung des großen Opernfreunds Giovanni Trapattoni kein Spiel verloren!

Der Trap kriegt bis heute keine Kekse mehr runter. Und ihr – fangt schon mal an, euch Sorgen zu machen. (Dieser Satz ist übrigens ein Zitat aus SMS-Botschaften, die italienische Mütter ihren Kindern zu schicken pflegen: „Komme morgen an. Fangt schon mal an, euch Sorgen zu machen, Mamma.) Gut, zurück zum Keks. Wir meinen es gut mit euch, weil ihr ganz eindeutig die Italiener im Turnier seid. Diesmal. Sozusagen stellvertretend.

Wie wir darauf kommen? Nun, wir haben am Samstag gesehen, wie sehr ihr leiden könnt. Gegen Schweden ein einziges, großes Leiden, von der 1. bis zur 95. Minute, vorne, hinten, in der Mitte. Mammamia, haben wir uns da gesagt, die Deutschen sind die neuen Italiener! Denn bislang waren wir die Dauerweltmeister beim Leiden im Fußball. La sofferenza! Wie oft hörten wir nach einem ganz, ganz knappen (und im Extremfall sogar unverdienten Sieg) von Mannschaft und Trainern: Wir haben wieder gezeigt, dass wir leiden können. Soffrire! Dazu braucht man sehr, sehr viel Selbstdisziplin und nunja, Demut. Und wenn das Leiden nicht umsonst sein soll, dann braucht man auch noch Kroos.

Ohne Kroos können Schweden sehr endgültig sein. Wir sprechen da aus Erfahrung. Mit Kroos würden wir jetzt nicht im Strandbad sitzen und Kekse futtern. Übrigens: Schöne Grüße auch heute vom Liegennachbarn Zlatan, der schon wieder sehr offensiv vor sich hin kaut. Zlatan, das Krümelmonster. Was ist das eigentlich für ein Gebäck? Zeig doch mal, Ibra, und hör auf, die Möwen zu füttern! Auf der Packung steht: Coyotas. „Lecker Kekse mit braunem Zucker“, grinst Zlatan und reicht uns einen rüber: „Probier mal. Direkt aus Mexiko.“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s