Gold für’s Vaterland

Wie konnte man bei der Vergabe des Ökonomie-Nobels die beiden Makro-Genies Di Maio und Salvini aus Italien übersehen? Täglich steigen unter ihrer Ägide die Risikoaufschläge für Staatsanleihen, der italienische Schuldenberg (schlappe zwei Billionen Euro, 134 Prozent des BIP) wächst stündlich, die Börsen befinden sich im Sinkflug und wer im März für 10.000 Euro Staatspapiere gekauft hat, der bekäme jetzt noch 8.500 Euro dafür. Noch ist der Gesetzentwurf für den Haushalt 2019 nicht fertig, da warnen schon die Ratingagenturen, den Daumen über Italien zu senken. Und der Chef der Sozialversicherungsanstalt warnt, dass, wer jetzt das Renteneinstiegsalter drastisch senkt, den Jungen die Zukunft verbaut.

Sofort zurücktreten! schallt ihm aus der Regierung entgegen. Den Mahnern von der Nationalbank wurde geraten, sie sollten gefälligst bei der nächsten Wahl kandidieren, wenn sie gehört werden wollten. So weit kommt’s noch, dass hergelaufene Berufsökonomen es wagen, die eigene Herrschaft zu kritisieren!

Dabei ist doch alles ganz einfach. Die Italiener würden halt aus Patriotismus in Staatsanleihen investieren, sagt Matteo Salvini (vormals ausgeübter Beruf: Journalist bei der winzigen Parteizeitung „La Padania“), zu günstigen Konditionen natürlich. Ein genialer Einfall, noch besser wäre eigentlich, man würde sie zwingen, wie das ein gewisser Benito M. mit seiner Kampagne „Gold fürs Vaterland“ schon vorgemacht hat.

Di Maio (vormals ausgeübter Beruf: who knows?) hat auch eine Idee. Dienstwagen für Politiker und Zuschüsse für die Presse streichen. Letzteres droht er seit Monaten der vollkommen unabhängigen „La Repubblica“ an. Staatliche Zuschüsse bekommen im Moment noch die linksalternative „Il manifesto“ und „L’Avvenire“, die Tageszeitung der katholischen Kirche in Italien.

Was mich jetzt auch auf eine geniale Idee bringt: Kirche enteignen, sämtliche, in Hotels umfunktionierte Klöster beschlagnahmen, Vatikan abriegeln, den Trödel aus den Vatikanischen Museen verhökern und die IOR-Bank plündern.

Und dann kann uns Europa mal.

(Achtung: Der letzte Absatz ist Satire. Und wer Italienisch versteht, kann über diese nur leicht übertriebene Pressekonferenz des armen Finanzministers Tria richtig lachen).

 

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