Familientribüne

Juventus und Milan tragen das Match um den Ligapokal in Dschidda, Saudi Arabien, aus. Mit im Stadion: Mehr als 10.000 Frauen. Erstmals durften sie auch ohne männliche Begleitung an einem Sporteignis teilnehmen, allerdings nur im zugewiesenen Bereich auf der „Familientribüne.“ Einfach alles für alle zugänglich machen, das gibt es bei den Saudis nicht. Wäre ja noch schöner.

In den Tagen vor dem Match inszenierte die italienischen Presse eine massive Werbekampagne. Eigens entsandte Sportreporterinnen interviewten saudische Frauen zum Thema und alle sagten mehr oder weniger das gleiche: Ihr Westler versteht das nicht, für uns ist es ein großer Schritt, wir dürfen erst seit 2018 überhaupt in die Stadien, der Fußball befördert unsere Emanzipation, etc.

Ich finde, da geht noch was. Und durchaus ein bisschen schneller. Im übrigen muss man jetzt auch nicht so tun, als würde der Ligapokal bei den Saudis gespielt, um dort der Frauenemanzipation auf die Sprünge zu helfen. Es geht, natürlich, um Kohle. Viel Kohle, die noch mehr geworden wäre, wenn man bei Vertragsabschluss schon gewusst hätte, dass für Juve der Frauenfreund CR7 spielt.

Italienische Fans, egal ob Männer oder Familientribüne, sucht man in Dschidda vergeblich. Wer soll sich das leisten können, mal eben für ein vollkommen unbedeutendes Spiel nach Saudi-Arabien? Aber für die Fans spielen Juve und Milan heute abend auch nicht.

Siehe oben.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s