Addio Allegri. Oder Arrivederci

Nach fünf Jahren bei Juventus mit fünf Meistertiteln und vier Pokalen muss Massimiliano Allegri gehen. Zwei Champions-League-Endspiele hat er erreicht, beide verloren. Ewiger Sieger in Italien zu sein und immer mal wieder Zweiter in Europa, das reicht Andrea Agnelli nicht. Schließlich hat er unter großem persönlichen Einsatz (Ausflug mit dem Privatjet nach Griechenland) Cristiano Ronaldo in die Mannschaft geholt. Um dann im Viertelfinale an Ajax zu scheitern, einer Boygroup, die zusammen gerade mal ein Drittel des Jahresgehalts von CR7 kassiert.

Jetzt soll Guardiola her. Guardiola! Oder Pochettino, dessen Vorfahren stammen ja aus dem Piemont. „Was hat Pochettino noch gleich gewonnen?“ stichelt Mourinho, aber hej, kann ja noch werden mit Tottenham. Conte ist auch im Gespräch, gähn. Vielmehr: Schlotter. Ein Feldwebel, international nie vorneweg marschiert. Simone Inzaghi wird auch als Kandidat genannt, aber irgendwie hat selbst Agnelli einen Ruf zu verlieren. Allegri, einen der derzeit besten vier, fünf Trainer der Welt, für den kleinen Bruder von Superpippo in die Wüste zu schicken, weil der gerade einmal den Pokal (Opa-Cup im Volksmund) geholt hat, also ich muss doch sehr bitten.

Die Frage ist doch: Wer ist in der Lage, Cristiano Ronaldo zu trainieren? Und wer, den Größenwahn des Fiat-Erben zu befriedigen? Die Juve soll ja endlich ein echter Weltklub werden, nicht nur das personifizierte Heimweh emigrierter italienischer Pizzabäcker (und Physiker). Solchen Ehrgeiz haben Vater, Onkel und Großvater des amtierenden Agnelli noch nicht gekannt, ihnen reichte die Mannschaft als luxuriöses Spielzeug und Bindeglied zu ihren Fiat-Arbeitern.

Tempi passati. Das Band zwischen kickendem und schuftenden Personal ist längst durchschnitten, kein einziger Juvespieler heute hat mal bei Fiat gearbeitet, wie einst Roberto Bettega. Die riesigen Werkshallen in Mirafiori (Adresse: Corso dell’Unione Sovietica…) sind weitgehend verwaist.

Und der nächste Trainer wird kaum der Sohn eines Hafenarbeiters sein.

Wie Max Allegri.

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