Mare Monstrum

Heribert Prantl ist ja jetzt in Pension, aber er hat auch vorher kein Blatt vor den Mund genommen. Wenn es darum geht, Grundrechte zu verteidigen, redet Prantl Tacheles. Derart wortgewaltige und leidenschaftliche Journalisten wie er sind auch in Deutschland sehr selten geworden, genau wie in Italien. Hierzulande werden sie verfolgt. Und man kann sich schon ausmalen, wie Salvini reagieren wird, wenn ihm zugetragen wird, dass Prantl die Regierung mit der Mafia verglichen hat: „Beide zerstören das Gemeinwesen.“ Aber es stimmt. Diese Regierung in Rom zerstört das Gemeinwesen, sie zerstört die Demokratie, Tag für Tag. Sie zerstört sie auf eine Weise, die sich Berlusconi nie getraut hätte, für die er aber den Boden bereitet hat.

In Italien stehen heute demokratische Grundrechte zur Disposition. Meinungsfreiheit, Menschenwürde, Minderheitenschutz. Man kann das gar nicht laut genug sagen – und die deutschen Medien sagen es (noch) nicht laut genug. Vermutlich, weil man es einfach nicht fassen kann, dass das alles wieder möglich ist. Dass Italien sich auf dem Steilflug in den Faschismus befindet.

Man traut sich kaum, das auszusprechen. Außer Heribert Prantl. Grazie.

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