Die neue Zeit

Als ich am 1. Juni 1990 in Rom ankam, reiste selbstverständlich mein Fahrrad mit mir. Ein blaues Ktm, mit dem ich Jahre lang zur Uni und in die Redaktionen geradelt war und außerdem Portugals Kopfsteinpflasterstraßen und Ungarns Sandwege befahren hatte. In Rom fuhr damals niemand Rad. So sehr niemand, dass ich meins nach einem weiteren Jahr frustriert wieder zurück nach Deutschland schaffte und hier auf eine Vespa umstieg.

Es folgten im Laufe der Zeit immer wieder neue Versuche, die dann regelmäßig wieder abgebrochen wurden. Zu kompliziert, zu gefährlich, keine Radwege, zuviel Verkehr, zu große Schlaglöcher, zu schlechte Luft.

Das ist Rom, 29 Jahre später.

Aber jetzt, unterm Haus:

 

radständer

Der erste Fahrradständer in drei Jahrzehnten. Wow!  Das muss die neue Zeit sein.

Er steht vor einem Geschäft für Elektrowaren. Als ich reinging, um den Besitzer zu beglückwünschen, schaute er mich schräg an.

„Danke, nett von dir. Ma cchècevò. War echt nicht schwierig.“

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