Vom Stolz der Sardinen

Die gemeine Sardine Sardina pilchardus ist ein echter Arme-Leute-Fisch, klein, unprätenziös und schmackhaft, billig aber nährstoffreich. Man isst ihn roh mariniert, gegrillt, frittiert, zur Pasta, im Auflauf, mit Brot, Tomaten, Endivien, sogar mit Pinienkernen und Rosinen.

Neuerdings ist die Sardine aber auch das Symbol einer Bürgerbewegung. In Bologna und Modena haben sich in diesen Tagen auf Initiative einer Handvoll parteiloser junger Leute Tausende von ItalienerInnen versammelt, um gegen jene Hass-Propaganda zu demonstrieren, die die Rechte ohne wirksamen Widerstand ihrer politischen Gegner im Netz verbreitet. Die größten Plätze dieser Städte waren gestopft voll mit Menschen, die eng wie die Sardinen gegen den Hass beieinander stehen wollten. Dabei blieben sie stumm wie die Fische. Manche hielten allerdings ein paar Bilder hoch:

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Rasant erobern die Sardinen das Land. Schon sind Demos für Florenz und Mailand angekündigt, wo die Plätze Zehntausende fassen. Und es deutet viel darauf hin, dass auch dort die Piazza rappelvoll wird.

Das Polit-Labor Italien zeigt sich von seiner fröhlichsten und friedlichsten Seite. Keine Slogans, keine Forderungen, keine Parteigrößen auf der Rednertribüne, nur das gemeinsame Einstehen für demokratische Vielfalt und Toleranz. Und siehe da: Es kann so sexy sein!

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