Einmal Sitzen, 280 Euro

Während die Lega und Forza Italia (letztere in Fraktion der EVP) in Straßburg gegen den Grünen-Antrag für Eurobonds stimmen, geschieht in Rom:

Eine 60Jährige Frau macht sich im Stadtteil Testaccio auf, um ihre Einkäufe zu erledigen. Angetan mit Schutzmaske und Plastikhandschuhen geht sie zu Fuß zur ca. 100 Meter von ihrer Wohnung entfernten, zentralen Piazza, an der sich zahlreiche Lebensmittelgeschäfte befinden. Die Frau bemerkt vor den Geschäften lange Schlangen. Anstatt sich einzureihen, setzt sie sich auf eine Bank. Nur einen Moment die Sonne genießen. Ihre Wohnung hat weder Terrasse, noch Balkon. Spazieren gehen, etwa am nah gelegenen Tiberufer, darf sie nicht. Der Spaziergangsradius für ItalienerInnen liegt sechs Wochen nach dem Lockdown bei 200 Metern. Wer sich weiter von seiner Wohnung entfernt, darf bestraft werden.

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Bleibt die Bank. Denkt die Frau. Bis sich vor ihr ein Carabiniere aufbaut und ihr erklärt, sie verstoße gerade gegen die Vorschriften. Dann geht der Polizist. Die Frau bleibt sitzen. Eine weitere Carabiniera erscheint, fordert sie auf, sofort aufzustehen und die Bank zu verlassen. Was sie da tue, nämlich allein in der Sonne zu sitzen, sei illegal.

Der erste Carabiniere kommt zurück. Händigt der Frau auf der Bank ein Formular aus. Es ist eine Bescheinigung über ein Bußgeld von 280 Euro. Verstoß gegen die Seuchenschutz-Notverordnung.

 

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