Sprechen wir darüber!

Heute ist der internationale Aktionstag gegen Gewalt gegen Frauen. Um 19 Uhr darf ich bei einer Videokonferenz (in italienischer Sprache) für das Goethe Institut Rom mit der Rechtsanwältin und Hilferufs-Aktivistin Antonella Faieta und dem Regisseur Irish Braschi darüber diskutieren, wie über diesen Dauerskandal berichtet werden sollte. Mein Eindruck bei der Vorrecherche: In Deutschland wird von klassischen Medien sehr wenig getan. Sicher, heute tun es alle. Seite Drei SZ, Radio- und Fernsehsendungen. Das ist ja schonmal was. Aber es reicht bei weitem nicht aus. Die Zahlen: 2019 wurden 114 Frauen von ihrem Partner getötet. Eine jeden dritten Tag. An fast jedem Tag aber, nämlich 301mal, versuchte ein Mann, seine Partnerin umzubringen. Insgesamt verzeichnet das BKA 141.792 Gewaltdelikte in Partnerschaften. 26.898 mal zeigten Männer Übergriffe ihrer Partnerinnen an.

Wir reden hier natürlich von der Spitze des Eisbergs. Immer noch der Klassiker: Frau zeigt gewalttätigen Ehemann an, die Polizei kommt, die Frau zieht die Anzeige zurück. Geschehen Mitte November in München. Wenige Tage später wurde die Frau von ihrem Partner erstochen. Solche Fälle gelangen nicht in die überregionale Berichterstattung, sie werden im Lokalteil abgehandelt.

Weil sie Alltag sind, in Deutschland.

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