Lasten und Rad

Schon klar, wir müssen jetzt schleunigst die Welt retten. Ich bin dabei! Aber ich frage mich, wieso man dazu ein Lastenrad braucht, noch dazu ein mit 1000 Euro staatlich subventioniertes. Die Sache ist doch die: Man kann tatsächlich mit einem ganz normalen Fahrrad einkaufen fahren. Auch Kartoffelsäcke, Bierkästen, Blumentöpfe. Geht alles. Mein Vater, 79, praktiziert das seit seiner Kindheit. Er hatte nie ein Auto. Lebt auf dem Land, fährt mit dem Rad zur Corona-Impfung, sogar zum Herzkatheter (ok, das war grenzwertig), früher fuhr er selbstverständlich mit dem Rad in den Urlaub (sogar nach St. Moritz).

Wir drei Kinder sind ohne Auto aufgewachsen. Nächstes Kino: 12 Kilometer. Nächste Kneipe: Immerhin fünf. Im Winter, trotz der herrlich flachen westfälischen Landschaft, durchaus eine Herausforderung. Im Sommer kein Problem.

Lastenräder hatte kein Mensch und wir auch nicht. Aber in Rom habe ich vor vielen Jahren auch mal einen Umzug mit dem Fahrrad gemacht.

Der Wahlkampf treibt schon sehr seltsame Blüten. Wenn ihr mich fragt: Ganz normale Fahrräder vom Staat für Hartz-4-Empfänger. Und die Welt wäre schon sehr viel gerechter.

Meine Mutter, die auch nie ein Auto hatte, fährt übrigens einkaufen mit dem Bus.

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