Rino the Voice

Ein verregneter Nachmittag in Viterbo. Die zentrale Piazza vor dem Palazzo dei Priori, einer mittelalterlichen Wuchtburg, in der heute die Stadtverwaltung untergebracht ist. Eine Bühne ist aufgebaut, weil es aber so schüttet, ist sie leer geblieben. Die Band, die dort spielen sollte, hat sich unter die schützenden Arkaden verzogen. Sie heißt nach ihrem Leadsänger: „Rino la Voce.“

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Drei Jungs, die zusammen 180 Jahre alt sind. Mindestens. Drei Stoiker. Ihr Publikum besteht aus gezählt sechs Unentwegten, die nach jedem Song höflich klatschen und ein bisschen juchzen. Das Repertoire besteht aus soliden italienischen 60er und 70er Jahre-Nummern, manchmal klingt es sogar entfernt englisch. Und mittendrin hat man das beruhigende Gefühl, dass Italien doch noch nicht ganz irre geworden ist, solange es Typen wie Rino the Voice gibt.

Seinen letzten großen Auftritt hatte er vor ein paar Wochen um die Ecke, in der „Casa della Bistecca.“

Brautschau

Jawohl, ich war ein wenig faul und außerdem fiel mir zu diesem beschämenden, deprimierenden, bestürzenden italienischen Wahlkampf buchstäblich nix mehr ein. Naja, zu ein paar Zeitungs-Zeilen reicht es natürlich immer.

Berlusconi ist wieder da, die Hetzer von der Lega obenauf, der Milchbubi von der Fünfsternsekte idem – was soll man dazu sagen? Mein Dorfkiosk verkauft Mussolini-Kalender, als wenn das ganz normal wäre. Mit dem Argument, die seien vom Grossisten aufgezwungen. Schön emblematisch: Das größte Problem in Italien ist, dass die Italiener die Eigenverantwortung scheuen wie der Teufel das Weihwasser. An allem sind immer die anderen schuld, am meisten die da oben, als wenn die immer keiner gewählt hätte. Gezwungen, Mussolini-Kalender zu verkaufen! Na, das ist nun wirklich 80 Jahre her. Nächstes Argument von meinem Kioskbesitzer: Die Leute wollen das Zeug. Habe schon zwei verkauft.

Zwei Mussolini-Kalender kosten 20 Euro. Ich habe in meinem Dorfkiosk bislang an 365 Tagen im Jahr jeweils sechs Euro gelassen, denn in Italien erscheinen Tageszeitungen täglich. Nun fahre ich ins Nachbardorf, in der Hoffnung, dass mein Dorfkioskmann wenigstens das Rechnen lernt, wenn er schon sonst nichts im Kopf hat.

Übrigens wurde ein Gesetz, das unter anderem Mussolini-Kalender verbietet, neulich im Parlament blockiert. Von Berlusconi, Lega und der Milchbubi-Sekte. Letztere mit dem Argument, sowas beschränke die Meinungsfreiheit.

Morgen wissen wir, welcher Rattenfänger diesmal das Rennen macht.

Einstweilen aber: Hoch die Tassen!

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Der heimliche Bestseller des Fußballbuch-Frühlings 2018 ist endlich da! Alles über Italiens Braut, über Gigi, Pirlo und den Agnelli-Clan, sowie nebenbei auch noch ein ganzes italienisches Jahrhundert. Mussolini kommt natürlich auch vor, außerdem der Juve-Finalfluch, „Tragödien, Intrigen und Skandale, glamouröse Frauen mit Namen wie aus Operetten. Ein lustvoll aufgeblätterter Kosmos von Storys.“ (Danke, 11 Freunde!) Nach der Präsentation im Fußballsalon des Deutschen Theaters ist die erste Auflage schon so gut wie ausverkauft!

 

 

 

 

Welcher Fußball?

Seit zwei Monaten befindet sich Italiens Fußball in Schockstarre. Oder ist er gar schon richtig tot? Seit zwei Monaten gibt es keine Verbandsführung, keinen Nationaltrainer und keine Nationalmannschaft mehr. Irre!!! Aber natürlich hat dieser Wahnsinn Methode. Denn während gleich nach dem skandalösen Versagen in der WM-Qualifikation alle Zeichen auf Sturm, Revolte und Grunderneuerung standen, sind diese Empörung und der Drang zum Neuanfang jetzt schon wieder verpufft. Und jene Aussitzer, Mauschler und alten Säcke, die nach Lampedusas Motto, alles müsse sich ändern, damit alles so bleiben könne, wie es immer schon war, haben schon wieder Oberwasser.

Am 4. März wird ein neues italienisches Parlament gewählt. Und alles deutet darauf hin, als würde es auch hier am Schluss eine große Koalition geben. Und zwar, bitte anschnallen, aus Renzis PD und Berlusconis Forza Italia. Diese Konstellation würde in Brüssel und Berlin nicht nur geduldet, sondern sogar gewünscht – sofern die unberechenbaren Rechtsaußen von der Lega Nord nicht mit ins Boot stiegen, gegen die die Herren von der CSU wirken wie ein Männerchor der Herz-Jesu-Marxisten. Geduldet, ja erwünscht, weil Berlusconi selbst ja nicht in der neuen Regierung sein würde. Er darf nicht, als verurteilter Steuerbetrüger (dass er beim FC Bayern problemlos Präsident werden könnte, steht auf einem anderen Blatt).  Berlusconi bliebe im Hintergrund und alle wären zufrieden. Europa hat längst andere, neue, größere Probleme und außerdem agiert ja schon ein Forza-Italia-Mann zur allgemeinen Zufriedenheit als Präsident des Europaparlaments. Es gilt also nur, in Italien ein Vollchaos durch eine Regierung der Fünf Sterne zu verhindern. Berlusconi ist das kleinere Übel. Der ist ja noch nicht mal gegen den Euro, überhaupt ist er im Unterschied zu den Grillini extrem flexibel, kein bisschen ideologisch und schon gar nicht lustfeindlich. Besonders letzteres ist erwiesen.

So viel zum Treiben im Hintergrund. Der italienische Fußball wird nicht reformiert, weil man noch nicht weiß, welche Partei am 4. März gewinnen wird. Die Fünf Sterne lassen wir mal außen vor, die interessieren sich weder für Fußball, noch für Sportpolitik und schon gar nicht für die Nationalmannschaft. Wahrscheinlich würden sie überhaupt am liebsten das Profiwesen im Fußball abschaffen, weil sie gegen alles sind, was nur annähernd professionell ist, zum Beispiel bei der Müllabfuhr und im Journalismus. Unter den Fünf Sternen gäbe es allerhöchstens eine Squadra Azzurra der Amateure. Avanti Dilettanti!

 

 

Freibeuterschriften

Nein, hier kommt nichts von Pasolini, sondern die Sudelei eines italienischen Biedermeiers und Brandstifters, der, so ironisch kann das Leben sein, tatsächlich den Nachnamen Freibeuter trägt. Massimo Corsaro, 54, Steuerberater von Beruf, bezahlt vom italienischen Steuerzahler als langjähriger, parlamentarischer Hinterbänkler verschiedener ultrarechter Parteien, ist in den sozialen Netzwerken schon des öfteren auffällig geworden – jedenfalls auffälliger als in der Abgeordnetenkammer. Etwa durch die Bemerkung, auch minderjährige Huren seien  nun mal Huren.

Nach diesem Einstieg zur allgemeinen Beruhigung erst einmal ein Porträt dieses verkannten Soziologen:

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Eben. Kann man sich auch mit Hundekrawatte vorstellen, oder? Und bevor sich die geneigten LeserInnen fragen, was Signor Corsaro in der Fußballoper zu suchen hat, geht’s hier heiter weiter.

Unser Mann ist Juventus-Fan, so weit so unspektakulär. Juve hat am Mittwoch das Pokal-Viertelfinale im Derby gegen den Toro gewonnen, siehe oben. Und in Siegerlaune hat der Freibeuter mit dem Twitter-Profil „stramm rechts, eingefleischter Juventino, Liebhaber des guten Weins und Feind von politischer Korrektheit und Sozialismus“ dem flugs entlassenen Toro-Trainer Sinisa Mihajlovic noch eins draufgeben wollen.

„Mihajlovic ist ein Zigeuner, der eine Bande frustrierter Verlierer anführt“, zwitscherte der Korsar. Mit den Reaktionen hatte der Rechtsaußen offenbar nicht gerechnet. Seine Beleidigung löste eine Flut von Protesten aus, so dass der wackere Corsaro seinen rassistischen Tweet erst zurückzog und dann eine entlarvende Entschuldigung heuchelte: “ Ich entschuldige mich bei Herrn Mihajlovic, der durch meinen Fan-Tweet beleidigt wurde. Ich glaube, als Erster zu wissen, dass die Leidenschaft bei gewissen Sportereignissen zu irrationalen Auswüchsen führt.“ Einige Kommentare, fügte der Abgeordnete noch drohend hinzu, wolle er sich merken.

Fan-Tweet! Leidenschaft bei Sportereignissen! Man fasst es nicht. Nein, die italienische Politik muss weiß Gott nicht auf die Rückkehr von Berlusconi warten, um ihren redlich erworbenen Ruf als Bühne für faschistoide Wirrköpfe zu verteidigen. Zurücktreten muss Herr Corsaro nicht, das Parlament wurde eh gerade aufgelöst. Jede Wette, dass er am 4. März wieder gewählt wird, bekannt genug ist er ja jetzt.

Mihajlovic, selbst stramm rechts, aber weiß Gott kein zündelnder Biedermeier, will Corsaro verklagen. Dabei hat die Ehefrau des geschassten Toro-Trainers dem Fascho von der letzten Bank doch schon die Leviten gelesen: „Diese Ignoranten glauben, dass man ein Zigeuner ist, wenn man in Serbien geboren wurde. Seis drum, dann bist du eben mein Lieblings-Zigeuner.“

 

Buon Anno 2018

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Ein gesundes und heiteres Neues Jahr allen Leserinnen und Lesern! Die Fußballoper startet heute mit diesem Blick aus dem Fenster in den Morgennebel um den Monte Soratte in ihren dritten Akt und – wie schön! – das Publikum wird ja tatsächlich immer größer. Also soll es 2018 gefälligst weitergehen mit dem Fußball und Italien. Auch wenn die russische WM ohne die Azzurri steigt, gibt es genügend Programm in diesem Theater. Etwa die Wahlen am 4. März, bei denen ermittelt wird, ob hier zukünftig die strammen Rechtsaußen von der Lega, die Berlusconi-Mumien, die müden Männer vom sozialdemokratischen PD oder die rabiaten Dilettanten von den Fünf Sternen regieren werden. Soviel steht schon heute fest: Eine Frau wird wieder nicht Regierungschefin. Selbst bei der neuen Linkspartei Liberi e Uguali (Freie und Gleiche) haben sie lieber einen 72-Jährigen pensionierten Richter und amtierenden Senatspräsidenten zum Spitzenkandidaten küren wollen als die 15 Jahre jüngere Menschenrechtsaktivistin Laura Boldrini, aktuell noch Vorsitzende der Abgeordnetenkammer. Also: Es wird ein Mann. Davon abgesehen wird es garantiert finster. Und interessant.

Im Fußball ist die Lage hoffnungslos aber nicht ernst. Endlich ein richtiger Titelkampf, mit dem Hinrundensieger Napoli als Favorit und der Dauerregentin Juventus als Verfolgerin, der chinesische FC Internazionale mischt ebenfalls kräftig mit. Da tut sich also was, schade nur, dass  Italiens Fußballer das wichtigste Sportereignis des Jahres nur im Fernseher verfolgen werden, flankiert von Holländern und Österreichern. Zum 14. Juni zieht die Fußballoper an den Strand, direkt in die Badeanstalt von Buffon.

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La Romanina in Massa, Toscana.

Also heiter weiter!

 

Arrivederci Maestro

Pirlo hört auf! Keine Sensation natürlich, mit 38 Jahren und ziemlich kaputten Knien. Die spannende Frage jetzt: Was macht er? Fußballtrainer? Winzer? Schauspieler (mit genau einem Gesichtsausdruck, aber da wäre er ja nicht der einzige)?

Wir werden sehen. Hier einstweilen eine kleine Würdigung.

Ein Welt-Fußballer, verehrt von allen, die den Fußball lieben. Eine Ausnahme-Erscheinung, ein Hochbegabter des Spiels, imstande, das Gefühl zu vermitteln, Fußball sei eine Kunst und Pirlo selbst darin der große Abstrakte. Stets wirkte er zeitlos, mehr noch: aus der Zeit gefallen. Moden und Mätzchen überließ er anderen, er hatte Stil. Im vulgären, lauten Zirkus des Fußballs zelebrierte er das Understatement, die Stille; im allgemeinen Gerenne und Getrete nahm er Tempo aus dem Spiel, bis es in seinem gewünschten Takt tickte. Denn Pirlo war nicht besonders schnell, er konnte nicht dribbeln, akrobatische Einlagen waren erst recht nicht sein Ding und höchst selten gelang ihm mal ein Tor aus dem Spiel heraus. Der ruhende Ball, Freistöße und Ecken waren seine Spezialität, bloß nichts Unberechenbares und bitte keine Hektik und kein Gewusel. Wenn es so weit war, wenn der Ball ruhig lag und auf Pirlos Schuss wartete, hätte man in den lautesten Stadien der Welt eine Stecknadel fallen hören können.

Seine Freistoßtore waren Legion. Traf er, so blieb sein Gesicht genauso ausdruckslos wie zuvor beim Schuss. Ein immer etwas bleiches Gesicht, in das der Weltekel gemalt schien. Ein wild wuchernder Bart, der Gesamteindruck irgendwo zwischen Räuber Hotzenplotz und dem Christus von Mantegna. Die Miene konzentriert, ernsthaft, fast düster.Und wenn dann doch einmal ein knappes Lächeln darüber irrlichterte, so wirkte das fast schon verstörend. Einen Wimpernschlag lang schien er dann die Kontrolle zu verlieren, länger nicht. Es war schon verrückt: Ausgerechnet in der riesigen Emotions-Spektakelmaschine Fussball wurde ein Italiener als Guru verehrt, der auf dem Platz kaum Gefühle zeigte. Sondern ein Höchstmass an Selbstbeherrschung.

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Ein Mann der Präzisionsarbeit, dieser Sohn eines Millionen schweren Stahlunternehmers aus der Provinz Brescia, der von sich sagte: „Schon als Kind wusste ich, dass ich besser Fußball spielen konnte als die anderen.“ Ununterbrochen schien er vor sich hin zu rechnen, die Räume auszutarieren, Winkel zu messen. Dann ein zentimetergenauer Pass. Oder ein Freistoß mit Magnus-Effekt, wenn der Ball im hohen Bogen zum Tor gedreht wurde. Darin war Pirlo unerreicht, er pflegte unerhörte, ungeheure, unhaltbare Freistöße zu drechseln, manchmal von lyrischer Langsamkeit, manchmal über hundert Stundenkilometer schnell. „Ich schieße, wie es dem Moment entspricht“, sagte er selbst. „Da berechne ich halt die Position der Mauer, den Winkel und dann geht’s los.“ Tore mit dem Geodreieck.

Pirlo hat alles gewonnen, die Weltmeisterschaft, die Champions League, nationale Meisterschaften sowieso. Nur keine persönlichen Auszeichnungen, nie war er Fußballer des Jahres, nie wurde er auch nur Juventus-Kapitän. Er war ja mehr, der Fixstern, die Sonne, um die die Mannschaft kreiste, manchmal auch ein Paganini in einem Orchester von Presslufthammern. Sehr wenige können das, die Partitur einer Partie lesen, die Einsätze geben, und im entscheidenden Moment selbst auch noch ein Solo hinlegen. Von seiner Kunst wird noch nach Generationen gesprochen werden, ungeachtet der Resultate, denn nichts war Pirlo weniger als ein Symbol italienischen Effizienzfußballs. Niederlagen und Skandale pflegten an ihm abzuperlen, ganz so, als überstrahle sein Talent mühelos alle Niedrigkeiten. Sie nannten ihn „Architekt“ oder „stiller Anführer“, für viele war er einfach nur genial. Und für Gigi Buffon, seinen alten Weggefährten in der Squadra Azzurra, war Andrea Pirlo sogar ein Beweis für die Existenz Gottes. So hat es Buffon einmal flapsig gesagt, um dann ziemlich ernst hinzuzufügen: „Sein Können macht uns verlegen.“

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„Ein Spieler, um den die Welt uns beneidet“, brüstete sich die „Gazzetta dello Sport.“ Er war nicht schnell, er war nicht schön, er war nicht groß. Er hatte noch nicht mal gerade Beine, nie eine Frisur, nur Haare. Aber er schaffte es, etwas zu sein, was alle so gern wären: Rätselhaft. Geheimnisvoll. Cool. Pirlos unerreichte Coolness war in der Tat spezifisch italienisch, sie entsprang der Suche nach persönlicher Perfektion im Bewusstsein ihrer Vergeblichkeit. Auch als Meister seines Fachs zu wissen, dass die Möglichkeit des Scheiterns allgegenwärtig ist. Der Zufall kann entscheiden, die Tagesform, so ist das Leben. Italien ist ein Land, das den größten Kunstschatz der Welt unter Dauerbedrohung einer feindlichen, unberechenbaren Natur geschaffen hat. Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Erdbeben – alle Schönheit in der atemberaubend schönen Heimat des Andrea Pirlo ist fragil. Alle Berechnungen, alles Streben können müßig sein, zunichtegemacht in einem Wimpernschlag von einem Abwehrspieler, der nicht richtig steht, einem Schiedsrichter, der nicht richtig pfeift oder einem Gegenspieler, der beißt. Pirlo war also die perfekte Inkarnation jenes genio italico, der die Widrigkeiten durch seine Geistesblitze zu überwinden sucht.

Immer umwehte ihn eine gewisse Melancholie, die Brüchigkeit des Erfolgs. Genau das aber brachte ihm überall Verehrung ein. Denn Sieger können banal sein, Pirlo aber verhieß eine andere Dimension. Die Leute wollten Pirlo nicht unbedingt gewinnen oder verlieren sehen, sie wollten ihn einfach spielen sehen. Dabei sein, wenn er über den Platz schlich und schlenzte, wenn er mit dem Fußrücken seine „Aufzug“-Freistöße schraubte, die steil nach oben zogen, um dann gnadenlos nach unten zu fallen. Zuschauen, wie dieser Mann einen präzisen Ball nach dem anderen setzte, die Haltung dabei so schlaff, als wäre er am liebsten zu Hause geblieben. In Wirklichkeit barg diese vordergründige Lässigkeit höchste Konzentration. Pirlo spielte Fußball wie andere Schach.

Granatroter Schmetterling

Heute vor 50 Jahren starb Gigi Meroni. Eine Hommage.

Schmetterling. So nannten sie ihn, weil er seine Gegenspieler umflatterte und umtänzelte, weil er an ihnen vorbei schwebte. Unhaltbar, unfassbar, schwerelos. Schmetterling, wegen der Leichtigkeit, ja Luftigkeit seines Spiels, ein Falter im Granatapfel-roten Hemd mit der Nummer: La farfalla granata. 103 Einsätze für Torino Calcio, sechs Auftritte für die Squadra Azzurra. Ein halbes Jahrhundert ist vergangen und doch ist Luigi, alias Luigino, alias Gigi Meroni bis heute einer der populärsten Fußballer Italiens. Was nicht an den 22 Toren liegt, die er von 1964 bis 1967 für Toro erzielte, erst recht nicht an den mageren zwei Treffern für die Nationalmannschaft. Der Schmetterling fliegt höher als jede Statistik.

Keine einzige Trophäe holte Meroni in seiner überschaubaren Karriere; eigentlich ist er der schlagende Beweis dafür, dass Siege im Fußball nicht unbedingt der Stoff für Legenden sind. Talent allerdings, das ist unabdingbar. Eine Ausnahmebegabung, die einmalige und unvergessliche Szenen schafft. Szenen, die Väter ihren Söhnen ausmalen, die geträumt werden und immer wieder nachgespielt. Dieses Tor in San Siro gegen Inter zum Beispiel, der Schmetterlingsflug vorbei an einem staksigen Giacinto Facchetti, das leichtfüßige Tändeln zurück, die halbe Drehung, das Streicheln des Balls, der Lupfer in die rechte Ecke: Der Anfang vom Ende der „Grande Inter“ des Catenaccio-Magiers Helenio Herrera. Nach drei unbesiegten Jahren musste Inter sich am 12. März 1967 dem Toro und seinem Gaukler Meroni beugen. Einem Spieler, der Elfmeter verabscheute, „weil für mich nur schöne Tore zählen.“

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Der Schmetterling tänzelte und dribbelte rechts außen, so wie er es als Kind gelernt hatte, in einem Innenhof von Wohnzimmergröße und auf dem winzigen Fußballacker seiner Kirchengemeinde. Er war klein, er war wendig, er war gewitzt, 170 Zentimeter Energie, Fantasie und Ironie. Was Gigi Meroni aber zum Mythos machte, waren nicht nur seine Künste auf dem Platz. Er war der Beatnik des Calcio, der erste Popstar des italienischen Fußballs. Halb Dandy, halb romantischer Held, verstieß Meroni gegen alle Konventionen. Er ließ sich die Haare wachsen und einen Bart, er trug große Sonnenbrille und komische Hüte. Er kleidete sich vorzugsweise kariert und gestreift – wie ein englischer Exzentriker, er führte ein Huhn an der Leine spazieren, „denn einen Hund hat ja jeder.“ Das Huhn hatte nur er, es bekam einen Ehrenplatz in seinem Oldtimer, einem sorgfältig restaurierten Fiat-Balilla aus dem Jahr 1936, dessen Innenausstattung er persönlich übernommen hatte: Samt und Seide, auch ein Miet-Chauffeur mit Käppchen gehörte dazu. Das alles war es aber noch nicht, was Gigi Meroni als Rebellen qualifizierte. Zumal er, anders als die angeblichen Revoluzzer von heute, die Balotellis und Ibrahimovics, auf dem Platz ein Muster an Disziplin war. Nie ein Platzverweis.

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Zum Außenseiter machte ihn nur sein Privatleben. Dabei brauchte es wenig, um im Italien der 1960er Jahre ein Revolutionär zu sein, es gab zum Beispiel wenig Wilderes als eine wilde Ehe. Ohne Trauschein lebte Meroni mit seiner großen Liebe Cristiana Uderstedt, einem langbeinigen, blonden Jahrmarktsgeschöpf mit deutschem Großvater, die bereits mit einem anderen Mann verheiratet war – einem Assistenten des großen Regisseurs Vittorio De Sica. In der Schießbude von Cristianas Familie hatte De Sica einen Film gedreht, Sophia Loren verkörperte das Mädchen mit den Luftgewehren, also Cristiana, die der Loren zeigte, wie man in der Bude hantieren musste. Der Regieassistent verliebte sich in die blonde Schießbudenfrau. Ruckzuck wurde Hochzeit gefeiert. Vergeblich tauchte Meroni, der Verlassene, in der Kirche auf, um seine Angebetete in letzter Minute vom fatalen Ja-Wort abzuhalten. Die Trauung fand statt, doch schon wenige Wochen später brannte Cristiana mit dem Fußballer durch.

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Ein Riesen-Skandal in einem katholischen Land, wo strenge Richter die „Flucht aus der ehelichen Wohnung“ mit Gefängnis bestraften, übrigens nur bei Frauen. In Italien gab es bis zum Jahr 1970 keine Ehescheidung, nur die Annullierung durch das päpstliche Ehegericht Sacra Rota. Vier Jahre dauerte der Prozess um Cristianas kurze Ehe, erst im Sommer 1967 gaben die Kirchenmänner der Rota ihren Segen zur Auflösung. Vier Jahre voller Anfeindungen, Häme und Benachteiligungen. Der italienische Fußball war deutlich spießiger als der Rest der Gesellschaft, mit seiner Vorliebe für hohle Phrasen um Stolz, Ehre und Vaterland, seinen männerbündischen Konventionen und dem unbedingten Gehorsam gegenüber autoritären Trainern. Am spießigsten von allen aber war die Nationalmannschaft.

Dort wehrte sich der Commissario Tecnico Edmondo Fabbri, Spitzname „Topolino“ (Mickymaus) nach Kräften gegen den talentierten, aber „gefährlichen“ Schmetterling, der die Squadra Azzurra mit seinem unmoralischen Lebenswandel zu korrumpieren drohte. 1964. Meroni spielte damals noch bei CFC Genua, berief Fabbri ihn in die B-Nationalmannschaft. Im Trainingslager angekommen, wurde der Spieler vor die Entscheidung gestellt: Haare ab oder du darfst nicht spielen. Meroni trug einen Pilzkopf, wie ihn die Beatles modern gemacht hatten, ganz nach dem Vorbild des von ihm verehrten, fast auf den Tag gleichaltrigen George Harrison. Von langen Haaren konnte also eigentlich nicht die Rede sein, aber die übrigen Azzurri trugen einen zackigen Marines-Schnitt. Und Gigi knickte ein, die Haare kamen ab. „Der Trainer wollte es so“, bekannte er kleinlaut in einem Fernsehinterview.

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Als Meroni zwei Jahre später, mittlerweile ein Star in der Liga, in die erste Mannschaft geholt wurde, wiederholte „Topolino“ seine Forderung. Doch diesmal blieb Meroni hart. Er wusste, dass Fabbri nicht an ihm vorbei kam. Und er wusste, dass es nicht um den Haarschnitt ging. Die Frisur war nur ein Symbol für einen freien Lebensstil, und dieses Symbol galt es zu verteidigen. „Ich spiele nicht mit den Haaren“, verkündete Meroni, es blieb also alles dran. Fabbri rächte sich, wie italienische Trainer sich zu rächen pflegen – er stellte den Trotzkopf nur dann auf, wenn es gar nicht mehr anders ging. Und er rückte ihn ins Kreuzfeuer der Kritik. Jahre später sollte dem genialen Roberto Baggio ähnliches widerfahren, als er im Finale gegen Brasilien 1994 einen entscheidenden Elfmeter hoch über’s Tor in die Tribüne zog. Baggio trug einen Nackenzopf, er war Buddhist, er lebte und spielte wie er wollte. Für die Nationaltrainer Arrigo Sacchi und Giovanni Trapattoni machte ihn das zum Problemfall. Die Leute aber verehrten ihn als „Raffael des Fußballs.“ Italiener lieben große Individualisten, was sie aber nicht davon abhält, einem gnadenlosen Konformismus zu frönen. Im Fußball wie im richtigen Leben.

Als die Azzurri bei der WM 1966 in England sensationell mit einer Niederlage gegen die Lumpenkicker aus Nordkorea ausschieden, wurde der verrückte Gigi Meroni von den Medien als Sündenbock ausgemacht. Dabei hatte er, wie so oft, das Spiel gegen die Koreaner nur von der Bank gesehen. Gerade weil es „Topolinos“ Nationalmannschaft an Fantasie und Spielfreude mangelte, scheiterte sie kläglich. Und für das Scheitern wurde der Fantasievogel Meroni verantwortlich gemacht. Wer in wilder Ehe lebte, war unfähig, das Vaterland zu verteidigen.

Im Sommer 2014 stellte die große linke Tageszeitung „La Repubblica“ dem Spieler Daniele De Rossi folgende Interviewfrage: „Zum ersten Mal fährt die Nationalmannschaft mit zwei Spielern, die in Scheidung leben und einem bereits Geschiedenen zur WM. Was bedeutet das?“ De Rossi, der Geschiedene, antwortete: „Das bedeutet, dass Gigi Buffon, Andrea Pirlo und ich ein schönes Trio bilden.“ In die Weltmeisterelf von 1982, so sinnierte der Weltmeister von 2006 weiter, „wäre ein Geschiedener wohl gar nicht erst berufen worden. Weil das als unanständig galt. Aber die Zeiten ändern sich.“ Wie sehr, das zeigt die Tatsache, dass der frühere Nationaltrainer Cesare Prandelli in Kampagnen gegen die Gewalt an Frauen auftrat und das Vorwort zur Autobiografie eines Homosexuellen-Aktivisten schrieb. Mit Prandelli hatte die Squadra Azzurra plötzlich eine gesellschaftliche Vorreiterrolle übernommen, engagierte sich gegen die Mafia und gegen Rassismus. Während des Rest Italiens nach 20 Jahren Berlusconismus noch nicht ganz so weit war.

Die Arme von Daniele De Rossi sind voller Tätowierungen. Vielen Profis kann die Haut nicht verziert und die Frisur nicht verrückt genug sein, sie werden von ihren Sponsoren mit farbenfrohen Stollenschuhen ausgestattet und haben auch in der Freizeit einen Hang zu ausgefallener Kleidung. Meroni machte schon Schlagzeilen, weil er seine Strümpfe stets aufgerollt trug, das galt als Marotte, als manifestierter Eigensinn. Dabei fand er’s so nur bequemer.

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Mit Mode kannte Gigi Meroni sich aus, seine früh verwitwete Mutter schnitt in Heimarbeit Stoffe für Krawatten zu und als Gigi mit 15 die Schule verließ, verdiente er sein Geld mit dem Entwurf von Stoffmustern. „Skizzierer“ nannte man diesen Job, der Begriff „Designer“ war noch nicht erfunden. Como, wo Gigi Meroni als mittleres von drei Kindern am 24. Februar 1943 geboren wurde, war ein Zentrum der italienischen Textilindustrie. Der Rebell des Calcio wuchs in sehr kleinen Verhältnissen auf, nicht in den brodelnden Vorstädten einer Metropole, sondern in einem beschaulichen Städtchen inmitten einer sehr properen Landschaft mit stillen Seen und malerisch bewaldeten Bergen, ganz nah an der noch aufgeräumteren Schweiz. Die ersten Fußballtrainer des kleinen Gigi waren Priester, sie entdeckten sein Talent in der Kirchenmannschaft Libertas San Bartolomeo, und sie bestärkten ihn in seinem Wunsch nach einer Profikarriere. Mit 17 heuerte Meroni beim Zweitligisten Como Calcio an, zwei Jahre später kam er zum Erstligisten Genua. Als er 21 war, bot Torino für ihn die damals Schwindel erregende Summe von 300 Millionen Lire. Und Meroni fand seine Heimat: Den Toro, der tragischste und exzentrischste Klub des italienischen Fußballs.

Fünfzehn Jahre waren vergangen, seit im Mai 1949 im Nebel über Turin ein Flugzeug mit der legendären Mannschaft des Grande Torino an der Basilika von Superga zerschellt war. Kein Spieler überlebte das Unglück, bei dem übrigens ein gewisser Pierluigi Meroni die tragische Hauptrolle spielte – als Pilot. Zum Zeitpunkt der Katastrophe stellte der Toro einen Großteil der Nationalmannschaft, er stand kurz vor dem Gewinn seines fünften Meistertitels in Folge. Nach der Tragödie von Superga aber konnte der Klub nicht an die alten Erfolge anknüpfen.

Doch 1964 sollte es endlich wieder aufwärts gehen, mit dem Erfolgstrainer Nereo Rocco – und mit dem aufstrebenden Talent Gigi Meroni. Rocco, der gestrenge „Paròn“ (Chef) war eigentlich ein Anhänger des Catenaccio. Doch er bewunderte Meronis Talent, er ließ den Schmetterling fliegen. Dass sein Lieblingsspieler mit einer verheirateten Frau in einer bohèmehaften Altbauwohnung lebte und in seiner Freizeit als Künstler dilettierte, störte den „Paròn“ wenig. Bei ihm stand Meroni immer pünktlich auf dem Platz, er rauchte nicht und trank grundsätzlich keinen Alkohol. Italiens Fußballbeatnik verabscheute Drogen und liebte die Kunst. Er malte in leuchtenden Farben – Blumenbilder, exotische Szenen, ein Selbstporträt als „Hidalgo“, spanischer Ritter. Ganze Nächte verbrachte er an der Staffelei, aber alle Einladungen für eine Ausstellung lehnte Meroni ab, „die Leute kämen ja nur, um die Bilder des Fußballers zu sehen.“ Er aber wollte als Künstler wahr genommen werden, irgendwann. Einstweilen bekam die Welt seine selbst entworfenen Anzüge zu sehen, die er bei einem soliden Turiner Herrenschneider nähen ließ. „Ich bin ja von Haus aus Zeichner“, pflegte Meroni zu sagen, „aber Fußballer bin ich lieber.“

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Er war ein leiser Mensch und schüchtern bei aller Exzentrik. Nie äußerte er sich zur Politik, jene Welt war ihm zu laut. Erschrocken nahm er zu Kenntnis, dass ein Angebot des Lokalrivalen Juventus fast zu einem Volksaufstand geführt hätte. Gianni Agnelli, der Fiat-Patron, Lebenmann und legendäre „Avvocato“, bot für den Spieler Meroni 700 Millionen Lire. Und die Toro-Tifosi unter den Fiat-Arbeitern drohten mit Sabotage. Sie ließen Flugblätter drucken, sie ritzten angeblich sogar Schrammen in die Fiat-Autos, wenn die an ihre Fließbandstationen kamen. Am Ende musste der „Avvocato“ auf Meroni verzichten. Und Gigi blieb zu Hause, beim Toro.

Bis zum 15. Oktober 1967. Ein Heimspiel gegen Sampdoria Genua, der Schmetterling tanzte wie immer, sein argentinischer Freund Nestor Combin machte drei Tore, der Toro gewann 4:2. Am Abend wurde gefeiert, bis sich Meroni und sein Mannschaftskamerad Fabrizio Poletti verabschiedeten: Sie wollten heim, als Nachbarn am zentralen Corso Re Umberto. Beide standen auf der Mitte der viel befahrenen Straße, als sie von einem Auto erfasst wurden, Poletti verletzte sich nur am Bein, Meroni wurde überfahren. Wenig später starb er im Krankenhaus, die Stadt erfuhr es am nächsten Morgen. Turin stand unter Schock – der Schmetterling hatte für immer seine Flügel geschlossen. Mit 24 Jahren. Mehr als 20.000 Menschen begleiteten den Sarg durch die Straßen der Stadt, es war eine herzzerreißende, bewegende Trauerfeier, fast ein zweites Superga.

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Der Fahrer des Unfallwagens war 19 Jahre alt. Ein Super-Tifoso des Toro, ein glühender Verehrer von Gigi Meroni. Er kleidete sich wie sein Idol, er ließ sich die Haare wachsen wie der Schmetterling, manchmal wurde Attilio Romero sogar mit Meroni verwechselt und gab dann in dessen Namen Autogramme. Im Jahr 2000, 33 Jahre nach dem Unfall auf dem Corso Re Umberto, wurde Attilio Romero Präsident des Toro. Die Tifosi waren entsetzt. Und noch empörter waren sie, als Romero, der Präsident, der die Toro-Legende Meroni getötet hatte, den Klub 2005 in die Pleite trieb. Als Bankrotteur wurde er vor Gericht gestellt zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Strafe wurde ausgesetzt. „Er hätte lebenslänglich verdient, weil er den Toro zwei Mal getötet hat“, lautete das Urteil der Fans. Offenbar konnten Romero und Torino Calcio einander nicht entkommen: Kein anderer Klub Europas hat in seiner Geschichte so viel Schicksal.

Für Gigi Meroni wurde auf dem Corso Re Umberto ein Denkmal errichtet. Der Staatssender RAI zeigte 2013 einen Spielfilm mit dem Titel „La farfalla granata.“ Es war der pure Kitsch. Denn Italien hat Sehnsucht nach dem Beatnik des Calcio, aber das Land ist konformistischer denn je. 

Schmetterlinge verzweifelt gesucht.

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Supercoppa

Ja, Juventus ist zu schlagen, auch in Italien. Dass Bonucci nicht mehr da ist, macht sich natürlich bemerkbar – und dass der Rest wie zu jedem Saisonbeginn eine Baustelle ist, auch. Lazio hingegen präsentiert sich wie aus einem Guss, motiviert bis zum Anschlag für eine Partie, „die wir seit Juli vorbereiten“, wie Trainer Simone Inzaghi gesteht. Vollkommen verdient gewinnen die Laziali 3:2, mit einem Doppelpack des in Dortmund so unbeweglichen Ciro Immobile. Juve reichen zwei Tore von Dybala nicht.

Soccer Italy Supercup

Nun geht das ja schon seit Jahren so, dass Juve eher tapsig in die nächste Runde findet. Und am Ende schaffen sie es dann doch. Diesmal aber kommt das Cardiff-Trauma hinzu. Zweimal in drei Jahren das Champions-Finale zu erreichen und dann zu verlieren, das hinterlässt Spuren. Angefangen bei Max Allegri, der in Cardiff spontan zurücktreten wollte. Und bei einer Mannschaft, die sich immer auf ihre Defensive verlassen konnte. Bis zum 1:4 gegen Real Madrid. Aber auch in Rom sah man, dass die berühmte Abwehr schwächelt. Bonucci ist nicht so leicht zu ersetzen. Und die anderen sind einfach nicht mehr taufrisch. Buffon hat schon gesagt, dass er seine letzte Saison einläutet. Für Barzagli ist das Karrierende auch nicht mehr ganz so weit. Und Chiellini denkt an seinen zweiten Master, hat also sowieso einen Plan B.

Man wird sehen. Lazio ist jedenfalls kein Kandidat für das Titelduell, eher schon Napoli. Die Roma spielt diesmal CL, wird den 2. Platz vom Vorjahr aber kaum erreichen können: Zu viele sind gegangen, kaum jemand ist gekommen.

Der Gott als Lehrling

Francesco Totti hat die längsten Ferien seit seiner Schulzeit beendet. Und arbeitet wieder, wie schon seit 25 Jahren, bei der Roma. Aber jetzt trägt er lange Hosen.

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Totti spielt nicht mehr, er ist Lehrling im Management (der Herr links ist kein Leibwächter, sondern der neue Sportdirektor Monchi).

Nein, wir sind auch nicht glücklich darüber. Kinder, wie die Zeit vergeht.

Kopf hoch, Capitano!